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Skilager - ein Auslaufmodell? | BR24

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Für die einen sind es die schönsten Schultage des Jahres, für die anderen ist es ein Graus. Das Skilager hat lange zur Schulzeit gehört wie die Zeugnisvergabe. Inzwischen gehen die Zahlen aber zurück.

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Skilager - ein Auslaufmodell?

Für die einen sind es die schönsten Schultage des Jahres, für die anderen ein Graus. Das Skilager hat lange zur Schulzeit gehört wie die Zeugnisvergabe. Inzwischen gehen die Zahlen aber zurück.

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Die Kultusministerien erheben zwar nicht, wie viele Skilager es noch gibt und wie sich die Zahlen entwickeln. Nach Angaben des Deutschen Lehrerverbands sind die Zahlen allerdings rückläufig. Unsere Reporterin hat in Oberstdorf am Nebelhorn ein solches Lager besucht. Dort sind zurzeit Acht- und Zehntklässler aus Ostfildern zu Gast.

Tagsüber auf der Piste, nachts im Matratzenlager

Lie Schneider ist eine der Schülerinnen. Die 14-Jährige steht erst zum zweiten Mal auf Skiern. Noch ist sie etwas wackelig auf den Brettern. Unten angekommen aber strahlt sie: "Es hat besser geklappt, als ich erwartet habe." Die Nächte verbringen Lie und ihre Mitschüler im Matratzenlager im Edmund-Probst-Haus direkt an der Piste.

Der Wirt dort empfängt viele Schulklassen. Einen Rückgang bei Skilagern sieht er nur mit Blick auf Klassen aus nördlicheren Teilen Deutschlands. Wer weniger als vier Stunden Anfahrt habe, komme aber immer noch ins Skilager.

Gut für den Zusammenhalt, aber schlecht für die Umwelt?

Die größte Veränderung sieht der Deutsche Lehrerverband darin, dass die meisten weiterführenden Schulen nur noch einmal pro Jahrgang ins Skilager fahren - und nicht mehr in zwei verschiedenen Klassenstufen. Barbara Roth, Präsidentin des Deutschen Sportlehrerverbands in Bayern, findet das schade. Aus ihrer Sicht ist ein Skilager eine wertvolle Erfahrung: Die Schüler könnten sich beim Skifahren gegenseitig etwas beibringen und sich besser kennenlernen.

Thomas Frey, Allgäuer Regionalreferent vom Bund Naturschutz, hält dagegen. In seinen Augen sind Skilager in Zeiten des Klimawandels nicht mehr zeitgemäß. Schon in den neunziger Jahren hat der Bund Naturschutz Alternativen aufgezeigt: Zeltlager, Hüttenwanderungen oder Radfahr-Wochen.