BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Skelettfund am Bahnhof Lindau Reutin: Was nun passiert | BR24

© BR

Skelettfund am Bahnhof Lindau Reutin: Was nun passiert

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Skelettfund am Bahnhof Lindau Reutin: Was nun passiert

Am Lindauer Bahnhof Reutin haben Bauarbeiter einen menschlichen Knochen entdeckt, sowie Gegenstände, die wohl einem Wehrmachtssoldaten gehört haben. Nun ist das Areal nochmals abgesucht worden. Und BR-Reporter Steffen Armbruster war dabei.

Per Mail sharen
Teilen

Artur Berger ist extra von Kassel nach Lindau gekommen. Er ist ein Mitarbeiter vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und er hat den Fundort "sondiert", wie er sagt. Dazu hat er beispielsweise mit einem Detektor im Boden nach Metallteilen gesucht und auch gefunden, allerdings nur Kabel und alte Bauteile.

Kriminologische Kleinstarbeit

Anschließend stocherte Berger mit einem langen Stab in den Boden, um so weitere Knochen zu finden. Mit dem Stab lasse sich das spüren. Gefunden wurde allerdings nichts. Nun werden die bislang entdeckten menschlichen Überreste auf einem Friedhof in Lindau bestattet. Die gefundenen Gegenstände werden untersucht, in kriminologischer Kleinstarbeit. Vielleicht können Experten etwa das Soldbuch wieder lesbar machen.

Der Fund von Kriegstoten in Süddeutschland ist nach Angaben des Volksbundes sehr ungewöhnlich. Während gerade in den Gebieten rund um Berlin noch zahlreiche Tote gefunden, exhumiert und beigesetzt werden, habe es in Süddeutschland in den vergangenen Jahren keine Spontanfunde mehr gegeben.

Wohl Gebeine eines Wehrmachtssoldaten

Ende Januar waren bei den Arbeiten für den neuen Lindauer Fernbahnhof Knochen und Gegenstände gefunden worden, die vermutlich einem Wehrmachtssoldaten zuzuordnen sind. So wurden neben einem Helm unter anderem auch der Hörer eines Feldtelefons, ein Soldbuch und ein Blechteller entdeckt. Die Bauarbeiten wurden daraufhin im Bereich des Fundortes zunächst unterbrochen. Es wird vermutet, dass der Tote bei den Luftangriffen auf Lindau am 22. April 1945 ums Leben gekommen war.

Die Kriegsgäberfürsorge hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kriegstote zu finden, sie zu identifizieren und dann – wenn das überhaupt noch gelingt – Nachfahren ausfindig zu machen. Der Verein findet heute noch immer jedes Jahr rund 20- bis 25-tausend Menschen, die im 2. Weltkrieg umgekommen sind. Die tatsächlich zu identifizieren, gelingt wohl in rund einem Drittel der Fälle.