| BR24

 
 

Bild

In der Regensburger Innenstadt laden futuristisch aussehende steinerne Sitzkringel zum Hinsetzen ein - die sogenannten "Loops".
© BR / Anne-Lena Schug
© BR / Anne-Lena Schug

In der Regensburger Innenstadt laden futuristisch aussehende steinerne Sitzkringel zum Hinsetzen ein - die sogenannten "Loops".

Auf einem Spaziergang durch die historische Altstadt von Regensburg findet man neuerdings allerhand Sitzgelegenheiten. Puristische Holzbänke und sogar preisgekrönte Designermöbel stehen auf Plätzen und in Gassen. Die Bänke kommen gut an. Außer bei manchen Anwohnern.

Sitzen ohne etwas zu bestellen

In der Regensburger Innenstadt reiht sich ein Café an das Nächste. Damit man sich zum Ausruhen nicht extra in ein Lokal setzen muss, hat die Stadtverwaltung Sitzgelegenheiten „ohne Konsumzwang“ aufgestellt. Auf dem Viereimerplatz laden zum Beispiel zwei futuristisch aussehende steinerne Sitzkringel zum Hinsetzen ein - die sogenannten "Loops".

Befürchtung: Laute Partygänger könnten es sich gemütlich machen

Außer den Sitzkringeln hat die Stadt seit 2016 bis jetzt 138 Bänke aufgestellt. Das Konzept soll die Innenstadt auch in Zukunft attraktiv halten. Manche Altstadtbewohner befürchten aber, dass die Bänke für mehr Lärm in der Nacht sorgen werden. Helmut Knyrim, Sprecher der Bürgerinitiative für eine bewohnbare Altstadt, meint, dass die Stadt zum Beispiel bei der Planung der Neugestaltung der historischen Wahlenstraße die Belange der Anwohner nicht ernst genommen habe.

"Da gibt’s ja bis jetzt keine Bänke in der Wahlenstraße. Und wenn das also möbliert werden soll und die Aufenthaltsqualität verbessert werden soll, wird das auch in der Nacht passieren, weil die Wahlenstraße auch eine Durchmarschstraße für Partygänger ist." Helmut Knyrim, Sprecher der Bürgerinitiative für eine bewohnbare Altstadt

"Beschwerden wird´s immer geben"

In der Stadtverwaltung heißt es dagegen, Anwohner hätten auf Info-Veranstaltungen ausreichend Gelegenheit bekommen, ihre Bedenken zu äußern. Vor allem für alte Menschen und Familien mit Kindern seien die Bänke tagsüber wichtig. Bislang gebe es nur positive Rückmeldungen. Michael Lehmann, Abteilungsleiter im Gartenamt, ist zuständig für die Umsetzung des Möblierungskonzeptes.

"Beschwerden wird’s immer geben. Es gibt immer Vorteilsnehmer und Leute, die einen Nachteil empfinden. Und ich kann jetzt keine der bisher aufgebauten Bänke sehen, dass wir die am falschen Ort aufgebaut hätten. Und das gibt uns, denke ich, Recht. Die Wahrnehmung im öffentlichen Raum ist für mich positives Zeichen genug. Es war richtig, an dieser Stelle ein oder zwei Bänke aufzustellen." Michael Lehmann, Abteilungsleiter im Gartenamt

Bedenken von Anwohnern will Stefan Burr vom Stadtplanungsamt ausräumen. Sollte es Ruhestörungen geben, würde die Stadt mit entsprechenden Ordnungsmaßnahmen reagieren, verspricht er.