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Berchtesgadener Land leidet unter Lockdown | BR24

© BR/Christine Haberlander

Die schnelle Ausbreitung des Coronavirus im Berchtesgadener Land hat vor einer Woche zum teilweisen Lockdown geführt. Seitdem sind bei "dunkelroter" Corona-Ampel Hotels, Gaststätten, Schulen, Kitas und Kindergärten geschlossen.

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Berchtesgadener Land leidet unter Lockdown

Die schnelle Ausbreitung des Coronavirus im Berchtesgadener Land hat vor einer Woche zum teilweisen Lockdown geführt. Seitdem sind bei "dunkelroter" Corona-Ampel Hotels, Gaststätten, Schulen, Kitas und Kindergärten zu. Wie geht es den Menschen nun?

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Der Landkreis Berchtesgadener Land hat bayernweit noch immer eine der höchsten Neuinfektionsraten pro 100.000 Einwohner. Derzeit liegt der 7-Tage-Inzidenzwert bei knapp 237, der eingeschränkte Lockdown gilt seit einer Woche. Gastronomen und Hoteliers leiden, auch Eltern und Schüler stöhnen, weil Kitas, Kindergärten und Schulen dicht sind.

Leere Straßen, Plätze und Geschäfte im Berchtesgadener Land

Kaum Menschen in den Fußgängerzonen, egal ob in Bad Reichenhall, in Freilassing oder in Berchtesgaden. Bis zweiten November ist etwa das Verlassen der eigenen Wohnung nur aus wichtigem Grund erlaubt. Auf die Schnelle machen die Menschen nur die nötigsten Besorgungen. Das wiederum trifft den Einzelhandel im Berchtesgadener Land, die Gastronomen, Hoteliers und Ferienwohnungsvermieter.

Sperrstunde und Alkoholverbot ab 21 Uhr

Die "dunkelrote" Corona-Ampel der Staatsregierung hat für die Bewohner der jeweiligen Kommunen aber noch weitere, verschärfte Einschränkungen im Alltag zur Folge: Die Sperrstunde verschiebt sich um eine Stunde nach vorne und gilt ab 21 Uhr, ebenso gilt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen ab 21 Uhr.

© BR/Christine Haberlander

Stille, kaum Menschen in der Innenstadt von Berchtesgaden

Berchtesgadener Land leidet unter Corona-Maßnahmen

Rund 2.500 Urlauber mussten aufgrund der Ausgangsbeschränkungen abreisen. Etliche haben bereits gebuchte Zimmer wieder storniert. Aber nicht nur Feriengäste und alle, die vom Fremdenverkehr leben, leiden unter dem Lockdown, auch Eltern und Kinder sind betroffen: Schulen, Kitas und Kindergärten sind geschlossen, die Betreuung stellt für viele ein Problem dar.

Ärzte und Krankenhäuser halten Stand

Insgesamt waren gestern 1.024 Menschen im Berchtesgadener Land infiziert. Das Gesundheitssystem ist aber aktuell noch nicht überlastet. Derzeit werden in den Kliniken im Landkreis 18 Personen stationär behandelt, drei müssen beatmet werden. "Es gibt keinen neuen Todesfall zu beklagen", berichtete das Landratsamt am Samstag. 120 Personen (davon 40 Soldatinnen und Soldaten) seien dabei, die Corona-Fälle nachzuverfolgen, damit sich nahe Kontaktpersonen in Quarantäne begeben.

Erleichterungen für Lieferservice

Trotz der Beschränkungen ist jetzt im Berchtesgadener Land wieder erlaubt, dass auch nach 20.00 Uhr Essen zum Mitnehmen bestellt oder abgeholt werden darf. Das Landratsamt änderte seine strenge Allgemeinverfügung vom Dienstag in diesem Punkt, wie die Behörde am Freitag mitteilte. Gegen die Regelung hatte ein Betreiber eines Gastronomiebetriebs am Vortag beim Verwaltungsgericht München Klage und Eilantrag eingereicht. Laut Landrat Bernhard Kern habe man die Regelung ersatzlos aus der Allgemeinverfügung gestrichen.

Landrat will weitere, schnelle Lockerungen

Landrat Bernhard Kern macht Hoffnung, will die strenge Allgemeinverfügung, die seit einer Woche gilt, Anfang November lockern. Vorausgesetzt, die Infektionszahlen gehen in den zweitstelligen Bereich, also unter den Grenzwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in 7 Tagen. Dann würde auch die Corona-Ampel das dunkle Rot verlassen.

Der Landrat möchte erreichen, dass die Kitas und Kindergärten im Landkreis am dritten November mit einem Sicherheitskonzept wieder öffnen können und nach den Herbstferien ab neunten November die Schulen des Landkreises.

"Ab dritten November gibt es eine veränderte Allgemeinverfügung, aber nicht mit den Restriktionen, die jetzt in der Allgemeinverfügung drinstehen." Bernhard Kern, Landrat des Landkreises Berchtesgadener Land (CSU)

Am dem morgigen Mittwoch wird es im Zuge des Corona-Koordinierungsstabes im Landratsamt zu weiteren Abstimmungen hinsichtlich der Anpassung der Allgemeinverfügung kommen. Unterstützend wird die Präsidentin der Regierung von Oberbayern, Maria Els, teilnehmen. Bernhard Kern geht jedoch davon aus, dass die Inzidenzzahl bis zum Beginn der Herbstferien in Bayern weiter nach unten geht. Er appelliert trotzdem an die Solidarität und das Miteinander der Bürger im Landkreis, sich noch eine Woche an die strikten Bestimmungen zu halten.

Klagen und Eilanträge gegen Corona-Maßnahmen

Gegen die strengen Beschränkungen werden seit dem 22.10.20 fünf Verfahren beim Verwaltungsgericht behandelt. Beispielsweise wandte sich ein Gastronom im Eilverfahren gegen die Schließung seines Betriebes. In einem anderen Eilverfahren hat das Bayerische Verwaltungsgericht bereits entschieden, dass eine Schülerin aus dem Berchtesgadener Land ihr Gymnasium in Traunstein derzeit nicht besuchen darf.

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