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Die App NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes)

Jede App hat ihre Vor- und Nachteile, das vorneweg. Insgesamt werden in Deutschland vier Warn-Apps verwendet: Nina, Katwarn, Biwapp und Warnwetter. Welche Gemeinde, welche Stadt oder welcher Landkreis mit welcher Warn-App arbeitet muss der Benutzer im Internet suchen. Manchmal ist dies auch auf der Internetseite des Ortes aufgeführt.

Warn-Apps noch nicht sehr verbreitet

Die Stadt Nürnberg hat als erste in Bayern die Warn-App Katwarn eingeführt. Doch nur zehn Prozent der Bevölkerung, genauer gesagt 42.000, haben die Anwendung seit rund drei Jahren auf ihr Smartphone oder Tablet geladen. Zu wenig für eine umfassende Alarmierung, meint Torsten Stängel von der Feuerwehr Nürnberg. Die Stadt setzt deshalb im Notfall weiterhin auf Hochleistungssirenen im Stadtgebiet.

Bayerischer Feuerwehrverband fordert mehr App-Bewerbung

Zehn Prozent Nutzer einer Warn-App, diese Zahl schätzt Uwe Peetz vom bayerischen Feuerwehrverband für den Freistaat zutreffend. Insgesamt sieht Peetz die verschiedenen Apps als gute Informationsquelle für eine Alarmierung der Bevölkerung an, doch die niedrige Zahl der Benutzer mache es nach wie vor erforderlich, dass die Bevölkerung über Sirenen alarmiert werden. So wurde zum Beispiel das Netz der mobilen Sirenen in den letzten drei Jahren erweitert. Die Bevölkerung wird dann durch Lautsprecherfahrzeuge oder mobile Sirenenanlagen gewarnt.

Warn-App Nina

Die Notfall-Informations- und Nachrichten-App (Nina) ist direkt an das Modulare Warnsystem (MoWaS) des Bundes gekoppelt. Sie wurde vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickelt. Über Nina werden Warnmeldungen für unterschiedliche Gefahrenlagen wie zum Beispiel Gefahrstoffausbreitung oder einem Großbrand ausgegeben. Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserinformationen der zuständigen Stellen der Bundesländer sind ebenfalls in die Warn-App integriert. Gibt es in bestimmten Bundesländern extremes Hochwasser oder auch eine Bombenentschärfung, so können entsprechenden Warnungen dazu ebenfalls über Nina herausgegeben werden. Außerdem gibt die App auch Hinweise für das richtige Verhalten im Notfall. Auf Nina setzen beispielsweise Ansbach, Starnberg, der Landkreis Dillingen, Dachau und die Stadt Augsburg

Biwapp

Das steht für Bürger-Info und Warn-App. Darüber gibt es sowohl Gefahren- und Katastrophenmeldungen als auch Infos beispielsweise bei Schulausfällen, Großschadenslagen, Hochwasser, Bombenfund oder auch Fahndungen oder Verkehrsunfälle. Dazu muss jedoch die Gemeinde, Schule oder Polizeibehörde am System angeschlossen sein. Der Benutzer der App kann die einzelnen Kategorien aktivieren. Außerdem können Nutzer über die App einen Notruf an Polizei und Feuerwehr absetzen. Dabei zeigt die App die aktuelle Adresse und Position an. Angeschlossen ist beispielsweise der Landkreis Dingolfing-Landau, die Stadt Passau oder der Landkreis Günzburg.

Katwarn

Die App wurde vom Frauenhofer-Institut entwickelt. Auch sie gibt Warnungen des Deutschen Wetterdienstes weiter. Für angeschlossene Städte und Landkreise gibt es regionale Meldungen. Die Benutzer können insgesamt sieben Postleitzahlen eingeben, für die Warnungen an den Benutzer weitergegeben werden. Zusatznutzen sind die Themen-Abos. Hier kann der Smartphone-Benutzer die neuesten Infos für bestimmte Veranstaltungen abrufen. Beispielsweise für das Oktoberfest. Smartphone-Besitzer gehen auf die Seite Katwarn, laden den QR-Code auf ihr Handy und aktivieren ihn. Dann erhalten sie sicherheitsrelevante Informationen. An das System sind beispielsweise der Landkreis Aschaffenburg, Deggendorf, Fürth, München, und Würzburg.

Warnwetter

Die App ist vom Deutschen Wetterdienst versorgt ebenfalls die Bevölkerung mit Warn- und Wettersituationen. Sie gibt auch Binnenseewarnungen weiter. Sie kostet jedoch einen einmaligen Betrag. Es gibt auch eine abgespeckte kostenlose App, die aber im Normalfall ausreicht. Bei der Bezahlversion sind noch Niederschlagsradar, Blitzdaten oder beispielsweise ortsbezogene Messwerte enthalten.

Die guten alten Sirenen

Auch sie gibt es noch. In vielen Städten wie Augsburg oder Erlangen warnen Hochleistungssirenen vor Gefahren. In Nürnberg gibt es noch 13 Sirenen, die eingesetzt werden, jedoch nur für die Alarmierung der Feuerwehr. In Erlangen wird die Sirene jeden Samstag ausgelöst, meistens zwischen 10.30 Uhr und 11 Uhr. Auch das ist ein Probealarm. Zuständig dafür ist die Feuerwehr. Bis 2020 will die Stadt zusammen mit der Feuerwehr 107 Sirenen aufbauen, um flächendeckend die Bevölkerung im Katastrophenfall alarmieren zu können, also nicht nur bei Feueralarm. In Bayern sind zudem in einem Umkreis von 25 Kilometern um alle Kernkraftwerke in allen Orten Sirenenwarnanlagen installiert, um in einem ernsten Störfall zu alarmieren. in Würzburg gibt es noch sieben Sirenen für den Brandschutz und die Bevölkerungswarnung. Sie wird über die Integrierte Leitstelle ausgelöst.

Sirenenalarm: was er bedeutet

Dreimal in der Höhe gleichbleibender Ton (Dauerton) von je zwölf Sekunden Dauer, mit je zwölf Sekunden Pause zwischen den Tönen bedeutet eine Warnung bei Feuer und anderen Notständen, so die Beschreibung laut dem Innenministerium.

Gibt es einen Heulton, der dauerhaft eine Minute zu hören ist, dann ist eine höhere Alarmstufe erreicht. Die Bevölkerung wird damit auch aufgefordert das Radio anzuschalten und auf Rundfunkdurchsagen zu warten.