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Ein Mann wird von einer medizinischen Fachkraft mit einem Corona-Impfstoff geimpft.

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    Sinkende Nachfrage: Impfkampagne gerät ins Stocken

    Immer weniger Menschen wollen sich impfen lassen. Sonderimpfaktionen werden zum Teil abgesagt, weil die Nachfrage unter der Bevölkerung sinkt. Derweil appellieren Landräte an Bürgerinnen und Bürger, sich registrieren und impfen zu lassen.

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    Von
    • Margit Ringer
    • BR24 Redaktion

    Während vor einigen Wochen noch zu wenig Impfstoff für alle Impfwilligen vorhanden war, ist es jetzt umgekehrt. Die Landkreise werben, sich zu registrieren und impfen zu lassen. Es sei inzwischen ausreichend Impfstoff vorhanden.

    80 Menschen für Sonderimpfaktion gemeldet

    1.000 Dosen Astrazeneca stehen im Landkreis Tirschenreuth für eine Sonderimpfaktion bereit. Doch das Landratsamt hat sie am Donnerstag abgesagt. Nur 80 Menschen hätten sich dafür gemeldet, so ein Sprecher. Außerdem wird in der kommenden Woche eine größere Menge des Biontech-Impfstoffs erwartet im Landkreis. Den bekommen nun auch die 80 angemeldeten für die Sonderimpfaktion.

    Im Landkreis Regen sind inzwischen nur noch mobile Impfteams unterwegs. Aber auch da ist der Zuspruch gering. In Bayerisch Eisenstein ließen sich nur 21 Menschen impfen, in Ruhmannsfelden nur 72 - trotz Hunderter Impfdosen, die zur Verfügung stehen. Auch viele Hausärzte sind inzwischen mit ihren Wartelisten durch und können spontan und ohne Priorisierung impfen.

    Landräte appellieren, sich für Corona-Impfung zu registrieren

    Im Landkreis Dingolfing-Landau gibt es am Sonntag eine Sonderimpfaktion mit dem Impfstoff von Johnson und Johnson. Auch im Landkreis Kelheim stehen Dosen für eine Sonderimpfaktion bereit. Der Landkreis Schwandorf geht inzwischen auch auf Schulen zu, hier werden in der kommenden Woche alle impfwilligen Schüler ab 18 Jahren geimpft. Und im Landkreis Cham geht man auf Betriebe und Kommunen zu, um den Impfstoff in die Arme zu bekommen.

    Sämtliche Landräte appellieren, sich im bayerischen Impfportal zu registrieren und impfen zu lassen. In der kommenden Woche könnte allen Registrierten ein Impfangebot gemacht werden, zum Teil auch spontan ohne Termin. In der Stadt Passau sind bereits alle Registrierten geimpft. Der Landkreis Regen hofft auf mehr Zuspruch bei mobilen Impfteams, die nach und nach in alle Kommunen des Landkreises kommen.

    Impfmüdigkeit und Unsicherheit bei Astrazeneca

    Gründe für die Impfmüdigkeit gibt es mehrere. Die Zahl der Neuinfektionen sei derzeit sehr gering, die Inzidenzen teils bei Null. Das erwecke bei vielen den Glauben, eine Impfung sei gar nicht mehr nötig, so ein Sprecher des Landratsamtes Tirschenreuth. Durch die niedrigen Inzidenzen sind auch viele Auflagen wie manchmal lästige Negativ-Tests weggefallen. Auch das lasse die Impfmüdigkeit steigen. Und die Unsicherheit beim Impfstoff Astrazeneca sei spürbar.

    Was mit den 1.000 Astrazeneca-Dosen im Landkreis Tirschenreuth passiert, klärt das Landratsamt derzeit ab. Landkreise wie Altötting haben überschüssige Impfdosen für Impfwillige aus ganz Bayern freigegeben.

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