Polizeipräsidium Unterfranken
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Polizeipräsidium Unterfranken

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    Sind sechs weitere unterfränkische Polizisten fremdenfeindlich?

    Sind sechs weitere unterfränkische Polizisten fremdenfeindlich?

    Zwei Polizisten sind kürzlich wegen fremdenfeindlicher Übergriffe in Schweinfurt verurteilt worden. Nun stehen sechs weitere unterfränkische Beamte im Verdacht, sich fremdenfeindlich verhalten zu haben. Die Polizei entdeckte die Fälle selbst.

    Sechs weitere Polizeibeamte stehen im Verdacht, sich fremdenfeindlich verhalten zu haben. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken dem BR mitteilte, sei der Verdacht durch Ermittlungen von Chatverläufen entstanden. Gegen diese sechs Beamte seien Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Deshalb müssen sie mit Konsequenzen rechnen, wie einem Verweis, einer Geldbuße, Kürzungen der Dienstbezüge oder der Entfernung aus dem Dienst.

    Messengergruppe "White Boys"

    Der Sprecher betonte: Die Polizei habe die Fälle selbst aufgedeckt, Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet und "die Disziplinarverfahren konsequent von Anfang an betrieben". Ergänzend erklärte der Sprecher, dass vier dieser sechs Beamten Teilnehmer einer Messenger-Gruppe mit dem Namen "White Boys" seien. Diese Gruppe stehe im Verdacht, fremdenfeindlich zu sein. Die Ermittlungen und Auswertungen der Chatverläufe sind noch nicht abgeschlossen.

    Polizei: Keine Toleranz bei Fremdenfeindlichkeit

    Nach den Angaben des Sprechers handele es sich bei den mutmaßlich fremdenfeindlichen Beamten um Einzelfälle. "Die Polizei ist ein Querschnitt der Gesellschaft", sagte er. Deshalb sei auch bei der Polizei mit Fremdenfeindlichkeit zu rechen. Aber die Polizei stelle sich dem Thema "sehr offen und konsequent". Zudem betreibe sie Prävention. In diesem Zusammenhang schule sie Führungskräfte im Umgang und mit dem Erkennen von Fremdenfeindlichkeit.

    Laut Polizei Einzelfälle

    Überdies gebe es auch interkulturelle Schulungen für Beamtinnen und Beamte im Umgang mit Bewohnern des ANKER-Zentrums Geldersheim im Landkreis Schweinfurt. Laut dem Polizeisprecher gibt es "tausende" von Beamtinnen und Beamten, die nicht fremdenfeindlich sind, die sich "tagtäglich für die Menschen einsetzen und ihren Kopf hinhalten". Beim Thema Fremdenfeindlichkeit herrsche bei der Polizei "Null Toleranz" und man gehe "schonungslos gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit" vor.

    Durch Chatverläufe auf weitere Verdachtsfälle gestoßen

    Wie BR24 schon berichtete, verurteilte gestern (Donnerstag, 16.12.2021) das Amtsgericht Schweinfurt zwei Polizeibeamte in einem Strafverfahren. Laut Angaben des Polizeipräsidiums Unterfranken erhielt einer der beiden angeklagten Beamten eine Freiheitstrafe von einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung. Der Mann hatte sich des Hausfriedensbruchs und der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und der Verletzung von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen schuldig gemacht.

    Geldstrafen für verurteilte Polizisten

    Sein Kollege wurde unter anderem wegen Hausfriedensbruchs und Verletzung des Dienstgeheimnisses zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Höhe der Geldstrafe teilte das Polizeipräsidium nicht mit. Das Verfahren gegen eine dritte Beamtin sei gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt worden. Im Rahmen der Ermittlungen zu diesen drei Personen stieß die Polizei auf Chatverläufe. An diesen hätten sich die sechs anderen Polizisten beteiligt und sich somit der Fremdenfeindlichkeit verdächtig gemacht.

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