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Simonsmühle in Blindheim soll vor Verfall gerettet werden | BR24

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Die Schlacht bei Blindheim war eine der bedeutendsten Schlachten im Spanischen Erbfolgekrieg. Die Simonsmühle erinnert daran. Jahrelang stand sie leer, verfiel und sogar der Abriss wurde diskutiert. Jetzt tut sich dort etwas.

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Simonsmühle in Blindheim soll vor Verfall gerettet werden

Die Simonsmühle in Blindheim war Schauplatz einer der bedeutendsten Schlachten im Spanischen Erbfolgekrieg, doch inzwischen droht ihr Verfall. Zwei neue Besitzer wollen sie nun retten, trotz hoher Auflagen durch den Denkmalschutz.

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1704 kämpften auf dem Gebiet bei Blindheim im Landkreis Dillingen Bayern und Franzosen gegen Briten und Österreicher. Bayern und Franzosen verloren, doch die Schlacht bei Blindheim zählt heute zu den bedeutendsten im Spanischen Erbfolgekrieg. Vor Ort erinnert fast nichts mehr daran, nur die Simonsmühle, ein Gebäude, in dem der englische Herzog Marlborough ein Lazarett unterhalten haben soll. Das Gebäude drohte bisher zu verfallen, doch jetzt könnte es gerettet werden.

Simonsmühle steht unter Denkmalschutz

Annett Loeprecht und Christian Busam wollen die Sanierung angehen, doch das wird nicht leicht. Denn obwohl die Mühle Ende des 19. Jahrhunderts neu aufgebaut wurde, steht sie unter Denkmalschutz. Und auch das Bodendenkmalamt redet bei der Sanierung mit, denn bei Grabungen könnten Waffen oder andere Gegenstände aus der Schlacht gefunden werden.

Naturschutz und Denkmalschutz machen die Sanierung teuer

Doch damit nicht genug: Wegen des naheliegenden Nebelbachs und der Überschwemmungsgefahr ist auch das Wasserwirtschaftsamt gefragt. Außerdem müssen Genehmigungen vom Landratsamt und den Naturschutzbehörden eingeholt werden, da neben dem Gebäude ein Biotop liegt. All das macht eine Sanierung der Simonsmühle sehr teuer, doch Annett Loeprecht und Christian Busam lassen sich davon nicht stoppen.

Vor einem halben Jahr haben sie die Simonsmühle gekauft und jetzt wollen sie endlich loslegen. Wegen Corona hat sich alles verzögert. Doch jetzt wollen die beiden aus der Simonsmühle ein neues Zuhause für ihre beiden Familien und die insgesamt sechs Kinder machen.

Simonsmühle hat neuen Besitzer mit Bauerfahrung

Nach genau so jemand haben der Blindheimer Bürgermeister Jürgen Frank und der Förderverein für die Simonsmühle jahrelang gesucht. Vor allem suchten sie nach jemand mit Erfahrung. Christian Busam hat bereits ein Haus gebaut und ein fast 200 Jahre altes Gebäude renoviert. Nur der Denkmalschutz war dabei noch nicht im Spiel. Für ihn sei es die letzte Herausforderung, die es baulich bedingt in seinem Leben gibt, meint Busam dazu.

Neues Bad im Einklang mit dem Denkmalschutz

Anspruchsvoll ist das allerdings. Der Boden im Erdgeschoss der Mühle besteht aus Steinen und Schutt, die Wände bröckeln ab und im Dachstuhl gibt es massive Wasserschäden. Dazu gibt es in der Simonsmühle noch kein fließendes Wasser, kein Badezimmer oder Klo. All das muss im Einklang mit dem Denkmalschutz gebaut werden – doch die beiden neuen Besitzer sind zuversichtlich.

Neue Besitzer hoffen auf Fördermittel

Unterstützt wird ihr Vorhaben von der Gemeinde Blindheim mit 5.000 Euro. Annett Loeprecht und Christian Busam hoffen außerdem auf Fördermittel zur Finanzierung. Bürgermeister Jürgen Frank ist froh, dass sich jemand mit so viel Feuereifer um die Mühle kümmert. Die Simonsmühle sei eine wichtige Örtlichkeit und ein ortsprägendes Gebäude, das nun endlich wieder sinnvoll genutzt werden soll.

© BR/Judith Zacher

Die historische Simonsmühle in Blindheim hat nach jahrelanger Suche neue Besitzer. Die wollen das Gebäude trotz Denkmalschutz umfassend sanieren.