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Silvesternacht in Bayern: Viele Brände, Rakete verletzt Mädchen | BR24

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Die Silvesternacht in Bayern ist weitgehend ruhig verlaufen. Quer durch den Freistaat begrüßten Menschen das neue Jahr mit Feuerwerken - Impressionen aus Altötting, München, Nürnberg und Schweinfurt.

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Silvesternacht in Bayern: Viele Brände, Rakete verletzt Mädchen

Bayerns Feuerwehrleute und Polizisten hatten zu Silvester jede Menge Arbeit: Sie mussten zu Hunderten Einsätzen ausrücken. Einen Großbrand mit Millionenschaden gab es in Lauingen. In Landshut wurde ein Mädchen von einer Rakete getroffen.

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Es sei zwar eine unruhige, aber normale Silvesternacht gewesen - so bilanziert ein Sprecher der Polizei den Jahreswechsel in Bayern. Feuerwehr und Polizei mussten im Freistaat jedoch zu zahlreichen Einsätzen ausrücken.

Rinder in Niederbayern wahrscheinlich wegen Böller ausgebrochen

In Niederbayern etwa wurden 30 Brände gezählt, die durch Raketen oder Böller verursacht wurden. In Landshut wurde eine Zwölfjährige durch eine Rakete verletzt und kam ins Krankenhaus, wie die Polizei mitteilte. Im Landkreis Rottal-Inn brachen vier Rinder von einer Weide aus - offenbar aufgeschreckt durch Böller. Ein Tier lief auf eine Straße und wurde von einem Auto erfasst. Die Fahrerin wurde leicht verletzt, die Kuh überlebte den Unfall nicht. Die anderen Tiere waren an Neujahr noch auf der Flucht.

In Vilshofen war ein unmittelbar an der Bahnstrecke gelegener Holzschuppen in Brand geraten, dabei wurde eine Datenleitung der Bahn beschädigt. Der Zugverkehr war deshalb auch am Neujahrsmorgen noch eingeschränkt.

In der Oberpfalz wurde die Polizei in der Silvesternacht nach Angaben der Einsatzzentrale zu mehr als 200 Einsätzen gerufen. In Nabburg im Landkreis Schwandorf erlitt eine junge Frau Schnittverletzungen im Gesicht. Unbekannte hatten eine Weinflasche gegen eine Hausmauer geworfen, die umherfliegenden Splitter trafen das Opfer. Von einer Garage in Maxhütte-Haidhof, ebenfalls im Landkreis Schwandorf, aus griffen am Neujahrsmorgen Flammen auf ein Wohnhaus über. Drei Menschen wurden bei dem Versuch, das Feuer zu löschen, verletzt.

Franken: 80-Jährige lebensgefährlich verletzt

Am Neujahrsmorgen brach im Schlafzimmer eines Wohnhauses in Goldbach im Landkreis Aschaffenburg Feuer aus. Eine 80 Jahre alte Frau wurde durch die Rauchgase lebensgefährlich verletzt, ihre erwachsene Tochter und deren Mann erlitten leichte Verletzungen. Die Ursache des Brandes ist derzeit laut Polizei noch unklar.

Eine am Weihnachtsbaum festgesteckte Wunderkerze verursachte an Silvester im Landkreis Rhön-Grabfeld einen Wohnungsbrand. Die Bewohner der Wohnung in Bad Neustadt an der Saale flüchteten ins Freie. Alle vier Menschen kamen mit Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus.

Im Landkreis Ansbach wurden fünf Menschen beim Brand einer Dachgeschosswohnung verletzt. "Alle erlitten Rauchgasvergiftungen, zwei kamen stationär ins Krankenhaus", sagte ein Polizeisprecher. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler haben Feuerwerkskörper den Brand in Windsbach verursacht.

Mehr als 250 Einsätze in Oberfranken

Eine Feuerwerksrakete hat möglicherweise den Brand eines Mehrfamilienhauses in Lichtenfels ausgelöst. Die Polizei schätzt den Schaden auf mehrere hunderttausend Euro. Die Bewohner waren bei Ausbruch des Feuers nicht im Haus. Rund 100 Einsatzkräfte sorgten dafür, dass der Vollbrand nicht auf nahegelegene Nachbarhäuser übergriff. In Würzburg warf eine 59-Jährige aus einem Fenster mehrere Kracher nach unten. Dadurch wurden drei Menschen leicht verletzt. In Coburg stürzte ein betrunkener 55-Jähriger vom Garagendach, als er gegen Mitternacht versuchte, von dort aus sein Feuerwerk zu zünden. Der Mann überstand den Fall in drei Meter Tiefe mit leichten Verletzungen.

In Oberfranken zählten die Einsatzkräfte in der Silvesternacht über 250 Einsätze - darunter zahlreiche Brände und eine Messerstecherei. Bilanz: Zwei Leichtverletzte und insgesamt rund 400.000 Euro Schaden. In Forchheim leistete ein aggressiver Betrunkener erheblichen Widerstand gegen Polizisten - er verletzte mit Schlägen und Tritten drei Beamte, einer von ihnen musste im Krankenhaus ärztlich versorgt werden. An einem Polizeiauto richtete der Mann außerdem einen Schaden von mehreren hundert Euro an. Zwei weitere Polizisten wurden ebenfalls im Landkreis Forchheim, in Unterleinleiter, leicht verletzt, als sich ein 31-Jähriger gegen seine Festnahme nach einem Streit wehrte.

Polizei sucht nach Zeugen in Naila

Nachdem eine Rakete eine Garage in Burgkunstadt im Landkreis Lichtenfels getroffen hatte, stand diese innerhalb kürzester Zeit in Vollbrand. Bei den Löschversuchen wurde eine Person verletzt, der Sachschaden beträgt rund 10.000 Euro. Nach Auskunft der Polizei muss sich der Mann, der die Silvester-Rakete gezündet hat, wegen fahrlässiger Brandstiftung verantworten.

Bislang Unbekannte hatten auch in Bamberg vermutlich durch Böller oder Raketen eine Hausfassade in Brand gesetzt. Ein Nachbar löschte die Flammen und erlitt dabei eine leichte Rauchgas-Verletzung. Ob Feuerwerks-Körper auch die Brände eines Wohnhauses in Lichtenfels sowie einer Scheune in Ampferbach im Landkreis Bamberg verursacht haben, wird momentan noch ermittelt, teilte eine Sprecherin der oberfränkischen Polizei auf Nachfrage mit. In beiden Fällen konnte jeweils ein Großaufgebot von Feuerwehr-Leuten in der Silvesternacht ein Übergreifen der Flammen auf Nachbargebäude verhindern. In Naila im Landkreis Hof, hat ein bislang unbekannter Täter in der Silvester-Nacht vom Gerüst an einer Schule Böller auf Passanten geworfen. Die Polizei sucht nach weiteren Zeugen.

Schwaben: Großbrand in Lagerhalle in Landkreis Dillingen

In einem kunststoffverarbeitenden Betrieb in Lauingen (Landkreis Dillingen) kam es in der Silvesternacht zu einem Großbrand. Knapp 300 Feuerwehrleute rückten kurz nach Mitternacht an, um die bis zu 40 Meter hohen Flammen zu bekämpfen. Nach ersten Erkenntnissen soll der Brand im Außenbereich des Firmengeländes ausgebrochen und dann auf eine Lagerhalle übergegangen sein, die dann komplett niederbrannte.

Die Feuerwehr konnte das Übergreifen des Feuers auf weitere Lagerhallen verhindern. In der abgebrannten Halle wurden nach Angaben der Polizei Kunststofffolien gelagert, deswegen hatte die Feuerwehr vorübergehend die umliegenden Anwohner darum gebeten, Türen und Fenster wegen eventuell giftiger Dämpfe geschlossen zu halten. Nach ersten Schätzungen soll ein Schaden in Höhe von rund zehn Millionen Euro entstanden sein. Die Brandursache ist noch unklar, die Polizei ermittelt.

Hoher Sachschaden bei Wohnhausbrand in Modelshausen

Mehrere Hunderttausend Euro Sachschaden hat der Brand eines Wohnhauses in Modelshausen, ebenfalls im Landkreis Dillingen, verursacht. Personen wurden nicht verletzt, die Bewohner konnten das Haus rechtzeitig verlassen. Der obere Bereich des Hauses sowie der Dachstuhl wurden stark beschädigt. Am Löscheinsatz waren über 100 Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehr beteiligt. Wodurch der Brand ausgelöst wurde, ist noch unklar.

Am Silvesterabend brach wohl wegen eines verirrten Feuerwerkskörpers auf der Terrasse eines Mehrfamilienhauses im Kaufbeurer Ortsteil Neugablonz ein Feuer aus. Als rund 50 Einsatzkräfte anrückten, stand die Fassade des Wohngebäudes in Brand. Die Feuerwehr brachte den Brand jedoch schnell unter Kontrolle und löschte alle Flammen. Verletzt wurde niemand.

Jugendliche schießen mit Raketen und Krachern auf Menschen

Mehrere Jugendliche feuerten im Landkreis Ostallgäu Raketen auf Menschen ab. Zunächst hatten zwei Unbekannte in Buchloe Kracher in einen Briefkasten geworfen und eine Rakete so gezündet, dass sie einen Anwohner im Gesicht traf, wie die Polizei mitteilte. Die Jugendlichen flüchteten unerkannt. Wenig später warfen fünf Jugendliche einem 39-Jährigen Kracher vor die Füße. Zudem feuerten sie eine Batterie Böller direkt in Richtung des Mannes ab. Die Jugendlichen wurden wegen gefährlicher Körperverletzung angezeigt.

Oberbayern: Mann verletzt sich beim Böllerschießen

Beim traditionellen Böllerschießen in Berchtesgaden hat sich bei einem 19-Jährigen plötzlich ein Schuss gelöst und den Mann erheblich am Oberarm verletzt. Ein Fremdverschulden kann nach ersten Ermittlungen ausgeschlossen werden, wie die Polizei mitteilte. Ein Notarzt kümmerte sich vor Ort um den Verletzten, schickte ihn dann aber in eine Klinik. Warum sich der Schuss nach dem Laden der Waffe löste, konnten die Ermittler zunächst noch nicht sagen. Ebenfalls im Berchtesgadener Land, in Freilassing, explodierte ein Böller in der Hand eines 13-Jährigen. Der Bub kam mit Hand- und Fingerverletzungen ins Krankenhaus.

Bei einem Brand einer landwirtschaftlichen Halle in Hohenwart im Landkreis Pfaffenhofen ist ein Schaden von rund 500.000 Euro entstanden. Es gab keine Verletzten. Noch ist unklar, ob eine Silvesterrakete den Brand verursacht hat.

Im Landkreis Weilheim-Schongau verunglückte ein 18-Jähriger bei einem Verkehrsunfall, als er mit seinem Auto gegen einen Baum fuhr. Ebenso erging es einem 25-Jährigen im Oberallgäu - auch er überlebte den Unfall nicht.

Zahlreiche Einsätze in München und Nürnberg

Die Münchner Polizei berichtet von mehr als 230 "silvestertypischen Einsätzen". Allein 77 Mal sei es um Pyrotechnik gegangen, 49 Mal um Brände und 42 mal um Ruhestörungen. Zu einem größeren Feuerwehr-Einsatz kam es zum Jahreswechsel in der Münchner Schellingstraße. Dort hatte vermutlich eine Silvesterrakete einen Balkon im sechsten Stock eines mehrstöckigen Wohnhauses in Brand geschossen. Die Flammen griffen auf die benachbarten Balkone über. Kurz nach ein Uhr war das Feuer gelöscht.

In Nürnberg mussten die Feuerwehren zwar insgesamt viel öfter ausrücken als im vergangenen Jahr – Silvester 2019 waren es 66 Einsätze, in diesem Jahr 118 – aber der Schadensumfang sei zurückgegangen, heißt es.

Gute Nachrichten gibt es aus Würzburg: Dort startete 2020 mit weniger Abfall. Rund eine Million Tonnen weniger Silvestermüll als im Vorjahr sammelte die Stadtreinigung ein.

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In der Silvesternacht war in Bayern einiges geboten – auch für Polizei und Feuerwehr. Die Einsatzkräfte mussten zu mehreren Bränden ausrücken.

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Silvesterbilanz der Münchner Polizei