BR24 Logo
BR24 Logo
BR24

Silvester: Weniger Feinstaub dank Corona-Auflagen | BR24

© dpa-bildfunk/David Young

Feinstaub durch Silvesterfeuerwerk - in Coronazeiten dürfte auch das eher moderat ausfallen.

6
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Silvester: Weniger Feinstaub dank Corona-Auflagen

Da es vielerorts kein öffentliches Feuerwerk geben wird und zum Teil Böllerverbote in Innenstädten erlassen wurden, dürfte nun auch der Feinstaub geringer sein. Der Wert allein in München war zum Jahreswechsel 2019/20 rund 40-fach höher als normal.

6
Per Mail sharen
Von
  • David Donocik

Verkaufsverbot von Feuerwerkskörpern, Böllerverbot in der inneren Stadt: Der nicht nur von Asthmatikern gefürchtete Feinstaub dürfte sich diesmal in der Silvesternacht in Grenzen halten. Nicht nur in München.

In der Landeshauptstadt war am 1. Januar 2020 um kurz nach Mitternacht an der emissionsstärksten Messstation an der Landshuter Allee ein maximaler Stundenmittelwert von 986 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter der Kategorie P-10 gemessen worden. Damit enthielt die Luft hier 41 mal mehr Feinstaub als im Schnitt.

München: 986 Mikrogramm am Neujahrsmorgen

P-10 bedeutet: Jedes Partikel Feinstaub hat einen maximal 10 Mikrometer großen Durchmesser. Der Feinstaub dieser Kategorie P-10 ist am relevantesten. Der zulässige Tagesgrenzwert für P-10 liegt bei 50 µg/m3. An der Landshuter Allee wurde er im Jahr 2019 an 16 Tagen überschritten. Zulässig sind 35 Überschreitungen pro Jahr.

Über den gesamten Neujahrstag 2020 verteilt, betrug der Mittelwert hier 185 Mikrogramm - fast viermal so viel wie erlaubt. Dies geht aus Zahlen der Homepage des Landesamts für Umwelt hervor. An der Lothstraße lag er bei 177, in Johanneskirchen bei 149.

Ingolstadt mit Spitzenwerten über 1.000 Mikrogramm

In Ingolstadt wurde am vergangenen Neujahrstag ein Maximalwert von 350 µg/m3 gemessen. Allerdings gilt seit 2019 ein komplettes Feuerwerksverbot in der Altstadt. Trotzdem überschritt der Tagesmittelwert mit 69 µg/m3 den zulässigen Grenzwert. Am 2. Januar fiel der Wert aber schon auf zulässige 38 µg/m3.

In den Jahren zuvor war Ingolstadt übrigens unter den Städten, in denen an Silvester maximale Feinstaubwerte weit über 1.000 µg/m3 gemessen wurden. Das Feuerwerksverbot in der Altstadt zeigte also schon im letzten Jahr große Wirkung.

Burghausen hat bessere Neujahrsluft

In Burghausen hat die Messung am 1. Januar 2020 einen Tages-Höchstwert von 312 µg/m3 ergeben. Der Tagesmittelwert war mit 81 µg/m3 höher als erlaubt. Der Mittelwert am 2. Januar betrug ähnlich wie in Ingolstadt 37 µg/m3.

Wind und Regen bringt Werte nach unten

Aber: Schon am 2. Januar 2020 fiel der Mittelwert an der Landshuter Allee in München auf 45 µg/m3 und damit wieder unter die Grenze von 50 µg/m3, die das Bundes-Immissionsschutzgesetz vorgibt. Wie lange die Werte anhalten, hängt vom Wetter ab. Je kräftiger Wind und Regen herrschen, desto schneller fällt der Feinstaubwert. Der Jahresdurchschnittswert 2019 lag laut dem Münchner Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) bei 24 µg/m3. Das bedeutet: Auch mit hohen Feinstaub-Werten aufgrund von Silvesterfeuerwerken ist die Luft in München nach diesen Vorgaben insgesamt sauber.

Angriff auf Atemwege und Kreislauf

Die Zahlen belegen: Überall, wo flächendeckend Feuerwerk gezündet wird, explodieren auch die Feinstaubwerte. In dicht besiedelten Städten mehr als auf dem Land. Menschen mit Atemwegserkrankungen sollten generell dem Feuerwerk aus dem Weg gehen, da Feinstaub die Atemwege angreift und Herzkreislauf-Erkrankungen verursachen kann. Schon am 2. Januar indes ist die Luft meist schon wieder "genießbar".

© BR

Für die Silvesternacht gibt es im Freistaat keine Sonderregelungen: Erlaubt sind Treffen von maximal fünf Personen aus zwei Haushalten.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!