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Siko-Preis für Tsipras und Zaev wegen Mazedonien-Einigung | BR24

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Die Regierungschefs von Griechenland und Nordmazedonien sind auf der Münchner Sicherheitskonferenz für die Beilegung eines Jahrzehnte dauernden Konflikts ausgezeichnet worden.

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Siko-Preis für Tsipras und Zaev wegen Mazedonien-Einigung

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras und sein nordmazedonischer Kollege Zoran Zaev sind bei der Münchner Sicherheitskonferenz mit dem Ewald-von-Kleist-Preis ausgezeichnet worden. Sie haben es geschafft, die Mazedonien-Frage zu lösen.

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Fast eine Minute lang Applaus für zwei Staatsmänner, die ihre Länder näher zueinander gebracht haben: Der Grieche Alexis Tsipras und der Präsident Nordmazedoniens Zaev haben einen Schlusspunkt gesetzt unter den jahrzehntenlangen Namenskonflikt. Aus Mazedonien wird Nordmazedonien, dafür hat Griechenland der Aufnahme des Nachbarn in die NATO zugestimmt. Die Einigung gilt als historisch, dafür gab es heute Abend neben den Ewalt-von-Kleist-Preis der Münchner Sicherheitskonferenz bewegende Worte. Vor allem von den Geehrten, den Anfang machte der griechische Premier Tsipras:

"Heute feiern wir die Hoffnung, Hoffnung nicht als abstraktes Konzept, sondern als konkrete Erfahrung, basierend auf pragmatischen Lösungen und Kompromissen. Hoffnung, die auf einer gemeinsamen europäischen Perspektive gründet, die wir mit unserem Nachbarn und Freunden bauen.“ Alexis Tsipras

Auch für Zoran Zaev aus Nordmazedonien ist die Unterzeichnung des Abkommens mit Griechenland ein Meilenstein:

"Als jeder über die roten Linien sprach, entschieden Alex und ich uns, diese rote Linien aufzugeben, und die Gräben nicht weiter zu vertiefen. Wir haben einen Dialog angefangen ohne versteckte Nebenabsichten. Wir entschieden uns, gegenseitig aufeinander zu achten, Toleranz zu zeigen und die Probleme und Herausforderungen des anderen nachzuvollziehen." Zoran Zaev

Der Chef der Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger war voll des Lobes für die zwei Preisträger:

"Was wir heute Abend feiern, ist die Errungenschaft von zwei Ministerpräsident und ihrer Regierungen, die dem Rest der Welt und uns bewiesen haben, dass es möglich ist, den Weg der Diplomatie erfolgreich zu gehen." Wolfgang Ischinger

Gastgeber Markus Söder begrüßte zum ersten Mal die Gäste bei dem Staatsempfang in der Münchner Residenz. Es sei in der Vergangenheit schwer vorstellbar gewesen, so Söder, dass ein schwarzer bayerischer Ministerpräsident einmal dem griechischen, nicht ganz so bürgerlichen Ministerpräsidenten diesen Preis verleihe.

"Herzlichen Glückwunsch zu diesem Preis, der ja auch eine Verpflichtung ist, in der Zukunft weiterzuarbeiten. Lassen sie uns von dieser Sicherheitskonferenz schon ein Signal senden, dass wir uns was trauen, miteinander zu reden über die Probleme, die wir haben, aber mit dem Optimismus verbunden, aber mit der Hoffnung, dass wir sie lösen können, wenn wir uns auch trauen aufeinander zu zu gehen, und vielleicht ein bisschen mehr zuhören. Anstatt dem anderen nur zu sagen, was er tun soll." Markus Söder

Für den Laudator des Abends, Bundesaußenminister Heiko Maas bringt das Abkommen mit der Namensänderung einen Konflikt zu Ende, der von lange anhaltenden gegenseitigen Irritationen und Provokationen geprägt war.

"Sie haben den Weg des Kompromisses und Respekts gewählt, des Friedens und der regionalen Stabilität, und im Wesentlichenden europäischen Weg.“"

Zwei Länder, eine Vision – eine friedliche Zukunft in Europa: für die EU-Kommissare Günther Oettinger und Erweiterungskommissar Johannes Hahn ist der Ewalt-von-Kleist-Preis auch eine Bestätigung für den Prozess der europäischen Integration:

" Ich war von Anfang an beteiligt an diesen Dingen und hab das aus der Nähe alles mit erlebt und mit begleitet. Es hat eines hohen politischen Mutes bedurft, das zu starten. (Johannes Hahn)
Die Friedensunion ist nicht Geschichte, sie ist Gegenwart, wir können auf dem Westbalkan Frieden stiften. Nicht in einem neuen Jugoslawien, sondern indem diese sechs Beitrittskandidaten Schritt für Schritt Mitglied werden, indem sie die Kriterien erfüllen. Dieser Abend ist ein geschichtlicher Abend."
Von
  • Johannes Reichart
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