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Siemens in Ruhstorf: Fertigung soll geschlossen werden | BR24

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Die Produktion von Siemens am Standort Ruhstorf soll bis Ende September 2022 eingestellt werden. Damit verlieren 335 Angestellte ihre Arbeit. Gestern wurde die Belegschaft darüber informiert.

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Siemens in Ruhstorf: Fertigung soll geschlossen werden

Die Produktion von Siemens am Standort Ruhstorf (Lkr. Passau) soll in zwei Jahren geschlossen werden. Damit fallen über 300 Arbeitsplätze weg. Die Belegschaft wurde bereits darüber informiert. Der Wirtschaftsminister verspricht Unterstützung.

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Das Unternehmen Siemens will am Standort Ruhstorf an der Rott im Kreis Passau bis Ende September 2022 über 300 Arbeitsplätze abbauen. Die Produktion soll eingestellt werden. Gestern wurde die Belegschaft informiert, was Siemens dem BR bestätigte.

Teil-Schließung bei Siemens in Ruhstorf

Der Standort Ruhstorf soll aber nicht ganz geschlossen werden. Rund 100 Ingenieure und Experten sollen dort bleiben. Unberührt soll auch die Windenergie-Sparte mit rund 120 Arbeitsplätzen bleiben. Damit verlieren 335 Angestellte in der Produktion ihre Arbeit. Zuerst hatte die "Passauer Neue Presse" darüber berichtet.

Branche leidet unter niedrigem Ölpreis

Grund des Abbaus: Die Fabriken seien nicht ausgelastet. "Wir haben Überkapazitäten und müssen reduzieren und Produktlinien nach Nürnberg und Tschechien verlagern", sagt Bernhard Lott, Pressesprecher von Siemens Bayern.

In Ruhstorf werden Maschinen, Motoren und Umrichter hergestellt, die in der Öl-, Gas- und Chemiebranche gebraucht werden. Laut Bernhard Lott leide die Branche seit Jahren unter dem anhaltend niedrigen Ölpreis. Investitionen seien zurückgestellt worden, der Markt eingebrochen. Hinzu komme: Länder wie USA und China verlangen immer mehr lokale Wertschöpfung.

Betriebsrat wenig überrascht

Für die Belegschaft kam die Botschaft nicht überraschend. "Wir haben nur darauf gewartet", sagt Betriebsratsvorsitzende Elke Malcher. Siemens habe die Produktion kontinuierlich heruntergefahren und den Standort verkümmern lassen. In den kommenden Wochen und Monaten werden nun Gespräche zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern laufen. "Wir wollen einen sozialverträglichen Interessensausgleich ausarbeiten", sagt Lott.

Know-how soll am Standort bleiben

Elke Macher will um die Arbeitsplätze kämpfen. Der Betriebsrat hat sich dazu Unterstützung von einer Beraterfirma geholt. Gemeinsam soll ein Konzept erarbeitet werden, das aufzeigt, welches Know-how am Standort ist und in welche Produkte beziehungsweise Märkte es gesteckt werden könnte.

Bereits 2016 gab es harte Einschnitte am Standort Ruhstorf. Rund 500 Arbeitsplätze wurden gestrichen und zum Teil ins Ausland verlagert.

Aiwanger verspricht Unterstützung für die Region

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) hat mit Bedauern auf die Ankündigung des Siemens-Konzerns reagiert. Zugleich kündigte er Unterstützung für die Region an: "Wir stehen an der Seite der Arbeitnehmer und drängen in Gesprächen mit Siemens auf sozialverträgliche Lösungen. Seit dem letzten Arbeitsplatzabbau in Ruhstorf fördert das Wirtschaftsministerium die Bemühungen vor Ort, neue Arbeitsplätze in dem dortigen Technologiepark zu schaffen."

In den vergangenen Jahren entstanden im "Siemens Technopark Ruhstorf" nach Angaben des Ministeriums bereits 100 Arbeitsplätze. Zudem habe zuletzt auch Rolls-Royce angekündigt, dort künftig Batterie-Container zu produzieren.

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