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Siebenbürger Sachsen feiern 70-jähriges Jubiläum im Landtag | BR24

© BR / Tanja Gronde

Sie sind die älteste deutschsprachige Minderheit Osteuropas: die Siebenbürger Sachsen aus Rumänien. In München haben sich heute Angehörige aus ganz Deutschland getroffen, um ihr 70-jähriges Verbandsjubiläum zu feiern.

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Siebenbürger Sachsen feiern 70-jähriges Jubiläum im Landtag

Sie sind die älteste deutschsprachige Minderheit Osteuropas: die Siebenbürger Sachsen aus Rumänien. In München haben sich heute Angehörige aus ganz Deutschland getroffen, um ihr 70-jähriges Verbandsjubiläum zu feiern.

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Der Verband der Siebenbürger Sachsen feiert heute sein 70-jähriges Jubiläum. Aus ganz Deutschland kamen deshalb Siebenbürger Sachsen zur Feierstunde in den Bayerischen Landtag, um ihrer Geschichte zu gedenken und der Vertreibung aus dem heutigen Rumänien während des Zweiten Weltkriegs.

Doch es geht nicht nur um die Vergangenheit: Sie feiern auch das Fortbestehen ihrer Gemeinschaft. Die Bundesvorsitzende des Verbandes, Herta Daniel, bedankte sich in ihrer Festrede für die gute Aufnahme, die die vertriebenen Siebenbürger Sachsen bis heute in Deutschland gefunden hätten.

Verbandsvorsitzende: Altersarmut heute großes Problem

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es noch zwei weitere Auswanderungswellen, in den 1970er und 1990er-Jahren. Neben Bayern kamen viele Angehörige der deutschsprachigen Minderheit aus Rumänien nach Nordrhein-Westfalen, wo sie vor allem im Bergbau arbeiteten. Trotz lebenslanger Berufstätigkeit sei Altersarmut heute ein großes Problem unter den Siebenbürger Sachsen, beklagte Herta Daniel. Deswegen forderte die Vorsitzende des Verbandes Rentengerechtigkeit für Aussiedler und Spätaussiedler.

Rinderspacher: "70 Jahre Zusammenhalt und gelebter Solidarität"

Markus Rinderspacher, Vizepräsident des Bayerischen Landtags, begrüßte die Gäste und beglückwünschte sie zu "70 Jahren Zusammenhalt und gelebter Solidarität". Auch wenn der Anlass der Verbandsgründung ein trauriger gewesen sei, nämlich der "Verlust der Heimat der Familien seit Jahrhunderten".

Unter den Festrednern im Landtag war auch Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Man könne viele Identitäten haben, so Laschet, das sei eine wichtige Botschaft der Siebenbürger Sachsen in die Gesellschaft hinein. Der Ministerpräsident bekräftigte die integrative Rolle der Siebenbürger Sachsen für Europa, sie könnten "europaweit Brücken schlagen".

Schreyer: "Aussiedler und Vertriebene haben Deutschland mit aufgebaut"

Stellvertretend für den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder sprach Familienministerin Kerstin Schreyer. Sie betonte die Rolle der Siebenbürger Sachsen für den Aufschwung nach dem Krieg: Aussiedler und Vertriebene hätten Deutschland mit aufgebaut. "Wenn man sich seiner Wurzeln bewusst ist, hat man Halt in der Gesellschaft". Die Familienministerin würdigte auch die Rolle der Jugendarbeit des Verbandes. "Lassen sie uns weiter Brücken bauen", so Schreyer, "Sie sind ein leuchtendes Beispiel dafür!"

Deutschland ist ihr Zuhause, Siebenbürgen die Heimat

Ministerpräsident Markus Söder konnte nicht persönlich anwesend sein, er würdigte in einer Videobotschaft die "unglaubliche Leistung" der Siebenbürger, Sprache und Kultur aus der alten in die neue Heimat hinübergerettet zu haben. Die Siebenbürger Sachsen seien "eine echte Bereicherung für Bayern", so der bayerische Ministerpräsident.

Im Anschluss an die Feierstunde geht es bei einer Podiumsdiskussion um das Zuhause der Siebenbürger Sachsen. Für die meisten Gäste, die aus Rumänien stammen, ist Deutschland ihr Zuhause - Siebenbürgen verstehen sie als Heimat.