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Sieben Tipps für einen sicheren Schulweg | BR24

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Zwei Mädchen mit Schulranzen

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    Sieben Tipps für einen sicheren Schulweg

    Heute startet für über 115.000 bayerische Kinder zum ersten Mal die Schule. Nicht nur das Lernen ist neu, sondern auch der Weg ins Klassenzimmer eine große Hürde für die ABC-Schützen. Wir geben Tipps, was dabei zu beachten ist.

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    Die Sommerferien sind zu Ende: Für 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche beginnt nun wieder der Schulalltag in Bayern. 115.000 Schüler machen sich zum ersten Mal auf den Weg in ihr Klassenzimmer. Auf dem Schulweg kommt es aber immer wieder zu Unfällen, im ersten Halbjahr 2018 waren es 352. Außerdem sind vier Schüler auf ihrem Schulweg ums Leben gekommen. Daher ist es wichtig, als Eltern sein Kind optimal auf die neue Situation vorzubereiten. Auch als Autofahrer sollte man sich im Herbst dem Schulanfang bewusst sein. Auf einige Aspekte kommt es besonders an:

    1. Sicherer statt kurzer Schulweg

    Der Schulweg von Kindern muss andere Anforderungen erfüllen, als der Arbeitsweg von Erwachsenen. Wichtig ist dabei, dass die Route nicht unbedingt kurz sein sollte. Entscheidender ist, dass die tägliche Distanz sicher zurückgelegt werden kann. Breite, bestenfalls beleuchtete Gehwege sind dabei essentiell. Zudem sollte es zum Wechseln der Straßenseite Ampeln oder Zebrastreifen geben.

    Bevor sich die Erstklässler zum ersten Mal auf den Weg machen, sollten Eltern bereits die Gefahrenpotentiale wie Einfahrten oder Kreuzungen mit ihren Kindern besprechen. Zudem sollten die Schüler am Anfang von einem Erwachsenen begleitet werden. Dabei können auch Gehgemeinschaften gebildet werden.

    2. Reflektierende Kleidung

    In Bayern beginnt das neue Schuljahr stets Anfang September. Nicht nur das Wetter wird dann bereits herbstlich, sondern auch die Sonne geht später auf. Damit die ABC-Schützen auch in der Dämmerung gut gesehen werden, sollte auf die Anziehsachen geachtet werden. Am besten ist es, wenn die Kleidung reflektiert. So sind die Schüler für einen Autofahrer bereits aus 140 Metern Entfernung zu sehen. Ohne die Reflektoren jedoch erst aus 40 Metern, bei dunkler Kleidung sogar erst aus 25 Metern, berichtet der ADAC.

    3. Fehlende Erfahrung der Erstklässler

    Im Gegensatz zu Schülern aus höheren Klassen haben die Erstklässler kaum Erfahrung im Straßenverkehr sammeln können. Generell sind aber alle Kinder spontan und impulsiv, auch auf dem täglichen Weg ins Klassenzimmer. Durch ihre geringe Körpergröße werden sie leichter übersehen, außerdem fehlt ihnen der nötige Überblick. Ebenfalls darf nicht unterschätzt werden, dass Kinder durch ihre geringe Schrittlänge mehr Zeit für das Überqueren einer Straße brauchen. Außerdem benötigen sie für das Reagieren in einer nicht zu schwierigen Situation die 2,5 bis 3fache Zeit eines Erwachsenen, berichtet der ADAC. Durch ein eingeschränktes Sichtfeld können sie seitlich nahende Gefahren nicht so wie Erwachsene "aus den Augenwinkeln" erkennen.

    "Wir als Erwachsene sind gewohnt und darauf trainiert, dass wir auf Gefahrenobjekte, die in der Peripherie auftauchen, hinreichend reagieren. Das haben Kinder in der Regel noch nicht gelernt." Prof. Dr. Dr. Bernhard Lachenmayr, Facharzt für Augenheilkunde gegenüber dem ADAC

    Auch Geräusche können Kinder nicht sicher unterscheiden und die Richtung zuordnen. Daher sollten sich Autofahrer zu Schuljahresbeginn der Gefahr der unerfahrenen Verkehrsteilnehmer bewusst sein und entsprechend versuchen, für die Kinder mitzudenken. Der bayrische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte an, dass die Polizei zu Schuljahresbeginn Geschwindigkeitskontrollen durchführen werde.

    4. Zu Fuß statt mit dem Auto

    Am besten ist es, wenn die Schulanfänger möglichst selbstständig zu Fuß unterwegs sind. Durch die Bewegung an der frischen Luft haben die Kinder eine höhere Konzentrationsfähigkeit im Unterricht und eine gesteigerte körperliche Fitness. Wird der Schulweg zusammen mit anderen Kindern zurückgelegt, kann zudem die Sozialkompetenz gestärkt werden.

    Zusätzlich erlenen die Erstklässler so die selbstständige Teilnahme am Straßenverkehr und entwickeln dadurch ein Bewusstsein für Gefahrensituationen. Auch sind sie dadurch in der Lage, ein räumliches Bild der eigenen Stadt zu entwerfen.

    5. Kindersitz für Schulanfänger

    Manchmal geht es nicht ohne Auto. Wichtig ist dabei, auf eine gute Haltemöglichkeit zu achten. Das Parken in zweiter oder gar dritter Reihe gehört dabei ebenso wenig dazu, wie das Abstellen des Fahrzeuges in einer Feuerwehrzufahrt. Herrmann machte bereits klar, dass Eltern bei "Fahrten zur Schule unbedingt die Verkehrs- und Parkregelungen vor den Schulgebäuden beachten" müssten. Durch den Hol- und Bringverkehr entstehen oft unübersichtliche Situationen und Stau. An einigen Schulen gibt es daher sogenannte "Elternhaltestellen". Dies sind extra eingerichtete Parkplätze in der Nähe der Schulgebäude.

    Egal ob auf dem Weg zur Schule, zum Sportverein oder zum Einkaufen: Kinder, die kleiner als 1,50 Meter sind oder jünger als 12 Jahre brauchen im Auto einen Kindersitz. Zudem müssen sie mit einem geeigneten Rückhaltesystem gesichert sein. Wer ein Kind im Auto mitnimmt und es nicht richtig sichert, muss mit einem Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg. Für die korrekte Sicherung ist immer der Fahrer verantwortlich. Dem Kind nur zu sagen, es soll sich anschnallen, ist daher nicht ausreichend.

    Es ist allerdings nicht sicherer, mit dem Auto zu fahren, als zu Fuß zu gehen. Wie der ADAC mitteilt, verunglückten im vergangen Jahr bundesweit 3.309 Kinder zwischen sechs und neun Jahren als Mitfahrer in einem PKW. 2.375 Unfälle gab es mit Kindern der gleichen Altersgruppe, die als Fußgänger unterwegs waren.

    6. Besondere Vorsicht bei Bussen

    Der ADAC rät, dass Kinder, die mit dem Bus auf Landstraßen unterwegs sind, möglichst nur auf Sitzplätzen befördert werden sollten.

    Auch Autofahrer sollten in der Nähe von Bushaltestellen besonders vorsichtig sein. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) regelt, dass Autofahrer nur vorsichtig und mit ausreichend Abstand an einem Schul- oder Linienbus an einer Haltestelle vorbeifahren dürfen. Austeigende Fahrgäste dürfen dabei nicht behindert oder gefährdet werden. Fahrende Busse mit Warnblinklicht dürfen nicht, stehende Busse mit Warnblinklicht dürfen nur mit Schrittgeschwindigkeit überholt werden. Dies gilt auch für den Gegenverkehr, wenn die entgegengesetzte Fahrbahn nicht baulich getrennt ist.

    7. Fahrrad für Schulanfänger ungeeignet

    Schulanfänger gehen laut ADAC am besten zu Fuß zur Schule, von dem Fahrrad rät der Autofahrerclub ab. Dieses eigne sich erst für Schüler, die die schulische Fahrradprüfung erfolgreich abgeschlossen habe. Normalerweise ist dies in der 3. oder 4. Klasse der Fall.

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