Symbolbild: Kinder in einem Schwimmbad in Nürnberg
Bildrechte: picture alliance/dpa | Nicolas Armer

An Tagen mit vielen Badegästen setzen einige große Freibäder in Mittel- und Oberfranken auch auf die Hilfe von Sicherheitsdiensten.

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Sicherheitslage in fränkischen Freibädern "beherrschbar"

Hohe Temperaturen und viele möchten ins Freibad. Je voller, desto leichter kann es zu Konflikten, Unfällen und unübersichtlichen Situationen kommen. Freibäder in Mittel- und Oberfranken setzen daher bei viel Betrieb Security-Personal ein.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

Viele Freibäder in Mittel- und Oberfranken setzen an besucherstarken Tagen zusätzlich Security-Mitarbeiter ein. Wie eine BR-Umfrage ergeben hat, ist dies beispielsweise in Nürnberg, Erlangen, Bamberg und Hof der Fall. In großen Freibädern sollen Sicherheitsdienste an heißen, stark frequentierten Tagen die Badeaufsicht entlasten.

Großer Andrang führt zu Konflikten – zu wenig Bademeister

Gerade an Tagen, an denen Tausende Abkühlung suchen, komme es immer mal wieder zu Konflikten oder unübersichtlichen Situationen, sagte Matthias Bach, Leiter des städtischen NürnbergBad. Zu der Forderung des Bundesverbandes der Schwimmmeister, auch Polizeistreifen in Schwimmbädern einzusetzen, sagte Bach: "Wir würden uns natürlich nicht dagegen wehren, sollte die Polizei dafür Kapazitäten haben." Direkt fordern werde man einen solchen Einsatz aber nicht. Derzeit wird mit verstärktem eigenen Personaleinsatz versucht, auch an heißen Tagen einen bestmöglichen Service für die Besucherinnen und Besucher zu bieten.

  • Zu Artikel: Zu wenig Bademeister – Personalnot bedroht Badespaß

Allerdings fehlen den Freibädern Bademeister. Es dürfe sich dann keiner wundern, wenn auch mal entschieden werden müsse, einen Sprungturm oder ein Becken zu sperren, weil die Aufsicht nicht gewährleistet werden kann.

Freibad: "ein Ort wie jeder andere"

Insgesamt sei die Situation aber "beherrschbar". Bach sagte, "wir sind Orte wie jeder andere", bei Tausenden Besuchern könne es, wie auch in Parks oder an Bahnhöfen, immer mal wieder zu Konflikten kommen. Wenn der Andrang zu groß werde, wie beispielsweise am vergangenen Wochenende, werde manchmal auch vorübergehend ein Einlassstopp vorgenommen, um die Situation etwas zu entspannen.

Nürnberger Westbad mit mehr Sanitätsdienst

Im Nürnberger Westbad wird zudem an den Wochenenden ein Sanitätsdienst hinzugeholt, der das Schwimmbadpersonal entlasten soll und sich um Besucher kümmere, die etwa Insektenstiche oder Schürfwunden erleiden oder zu lange in der Sonne waren.

Im Westbad war es am 11. Juni zu einem Badeunfall an einer Rutsche gekommen, bei dem ein Mädchen im Grundschulalter am Kopf so schwer verletzt worden war, dass es operiert werden musste. Daraufhin hat die Stadt Nürnberg auch intern Untersuchungen angestellt, inwiefern Fehler gemacht wurden, was die Sicherheit der Rutsche und des Schwimmbeckens angeht. An dem Tag war, so Matthias Bach, auch eine Aufsichtsperson am Becken. Auch der Sanitätsdienst war für Erste Hilfe-Maßnahmen zeitnah zur Stelle, so der Leiter des NürnbergBad.

Sprungtürme und Rutschen mit Gefährdungspotenzial

Matthias Batz, Bereichsleiter Bäder bei den Erlanger Stadtwerken, sagte dem BR, die Situation habe sich schon verändert in den vergangenen 20 Jahren. An heißen Tagen komme es immer mal wieder zu schwierigen Situationen. Besonders Rutschen und Sprungtürme böten ein gewisses Gefährdungspotenzial, das man nie ganz kontrollieren könne, so Batz.

Erlangen: Unterstützung durch Security, Kooperation mit Polizei

Auch im Erlanger Westbad wird an besucherstarken Tagen zusätzlich Security eingesetzt, die die Schwimmbadmitarbeiter unterstützt. Zudem arbeite man eng mit der Polizei zusammen. Beispielsweise hätten die Mitarbeitenden der Bäderbetriebe an Deeskalations-Schulungen teilgenommen. Sollten Situationen drohen "aus dem Ruder zu laufen", seien die Mitarbeiter angehalten, die Polizei hinzuzuziehen. Insgesamt verlaufe die Saison bisher aber "gut und geordnet", so Batz.

Auch in Freibädern in Hof und Bamberg helfen Sicherheitsdienste

In Hof wird bereits seit 20 Jahren an heißen Tagen ein Sicherheitsdienst eingesetzt, um höchste Sicherheitsstandards zu gewährleisten, sagte Sabrina Schmalfuß, Sprecherin von HofBad. Im Bamberger Stadionbad werden seit vergangenem Jahr an besucherstarken Tagen ein bis zwei Sicherheitsmitarbeiter engagiert, so ein Sprecher. Diese werden vor allem hinzugezogen, wenn es um Sprachbarrieren oder die Schließung am Abend geht. Bisher habe es aber keine Probleme gegeben. In kleineren Orte oder Bädern gibt es nach BR-Informationen bisher keine Notwendigkeit, die Sicherheitsmaßnahmen auszuweiten.

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