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Sicherheit per Hand: Bahnübergang bei Illertissen defekt | BR24

© BR / Anna Klein

Defekt nach Blitzeinschlag: Den Bahnübergang zwischen Illertissen und Au müssen derzeit zwei Sicherungsposten regeln - per Hand.

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Sicherheit per Hand: Bahnübergang bei Illertissen defekt

Der Blitz hatte die Schranke lahmgelegt: Am Bahnübergang zwischen Illertissen und Au sorgen jetzt zwei Schrankenwärter für die nötige Sicherheit, wenn Regionalzüge die Kreuzung queren – und das per Hand.

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Jeder Zug ist zunächst ein Klingeln. An der Gleiskreuzung zwischen Illertissen und Au sichern momentan zwei Wärter die Stelle, wo der Zug durchfährt. Vier Mal pro Stunde kündigen die sich mit einem Klingeln an, für die Sicherheitsposten heißt das: Aktion. Mit einer orange-weißen Absperr-Girlande sperren sie die Straße.

Bahnübergang seit Jahren ein Problem

Wenige Minuten später rauscht der Zug über die Kreuzung. Die meisten Züge sind Regionalbahnen, denn der Bahnübergang liegt auf der Strecke zwischen Neu-Ulm und Memmingen. Dass der Verkehr dort momentan per Hand gesichert werden muss, ist nur ein Ärgernis, das der Bahnübergang mit sich bringt: Die Stadt Illertissen ringt seit Jahren mit der Bahn darum, die Kreuzung umbauen zu dürfen.

Gefährlicher Radweg

Vor fünf Jahren entstand dort, auf der außer örtlichen Verbindungsstraße zwischen Illertissen und Au, ein neuer Radweg. Das Problem: Der asphaltierte Weg führt in beiden Richtungen nur bis kurz vor die Gleise – und endet dann, so dass Radfahrer absteigen und über die Straße schieben müssen.

Mehr Sicherheit durch einfachere Finanzierung?

Damit ist der Bahnübergang nur eines von zahlreichen Negativbeispielen für einen Bahnübergang mit Verbesserungsbedarf. Dass Gleiskreuzungen veraltet und gefährlich sind, will ein Kabinettsbeschluss der Bundesregierung künftig verhindern – durch ein neues Gesetz, das die Kostenaufteilung zwischen Bund, Bahn und Kommunen vereinfacht.

Bahnübergänge werden billiger – zumindest für Kommunen

„Ohne den Finanzierungsanteil der Kommunen werden sich die Planungen derartiger Maßnahmen voraussichtlich erheblich beschleunigen, da kommunale Entscheidungsprozesse entfallen oder vereinfacht werden“, heißt es laut dpa in dem Entwurf für das neue Finanzierungsgesetz. Demnach soll der Bund künftig die Hälfte der Kosten übernehmen, die Bahn ein Drittel und die Länder den Rest.

Jahrelang vertröstet

Tatsächlich war es in Illertissen nicht die klamme Stadtkasse, die die Baumaßnahme aufgehalten hat – sondern die Bahn selbst, sagt Bürgermeister Jürgen Eisen (CSU): Die Erneuerung des Bahnübergangs sei ein Dauerthema, seit er sein Amt angetreten habe. „Die Bahn hat immer wieder vertröstet“, berichtet Eisen, „dabei ist das unser wichtigster Bahnübergang.“ Denn der Radweg liegt laut Bürgermeister auf dem Schulweg vieler Kinder und birgt erhebliches Gefahrenpotential.

Baubeginn im Mai 2020

Jetzt soll es aber vorangehen: Anfang der Woche hatte die Stadt von der Bahn die Auskunft bekommen, dass die Bauarbeiten im Mai 2020 starten können. Insgesamt 600.000 Euro kostet die Maßnahme laut Plan, 200.000 Euro davon bezahlt die Kommune. Aktuell liegt die Maßnahme zur Genehmigung bei der Regierung von Schwaben vor.