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Diskussionen über Shutdown-Ende: Söder rät von Spekulationen ab | BR24

© dpa/Peter Kneffel

Müssen Bayern derzeit durch die Coronakrise manövrieren: Ministerpräsident Söder und sein Stellvertreter Aiwanger.

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    Diskussionen über Shutdown-Ende: Söder rät von Spekulationen ab

    Mit seiner Aussage, dass Bayern bis Mitte April die Corona-Kurve gekratzt haben müsse, sorgte Wirtschaftsminister Aiwanger für einige Irritation. Ministerpräsident Söder riet in einer Videobotschaft am Donnerstagabend von Spekulationen ab.

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    Bayern sollte in der Coronakrise am besten bis Mitte April die Kurve gekratzt haben; ein deutlich längerer Stillstand sei nicht durchzuhalten, so Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Mittwoch im BR extra zur Corona-Krise, "weil das die Wirtschaft so abwürgt, dass wir am Ende mehr Tote hätten, weil die Grundversorgung nicht mehr funktioniert." Bayerns Wirtschaftsminister musste für diese Aussagen heute viel Kritik aus der Opposition einstecken.

    Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

    Söder, Merkel und Laschet einig

    Am Donnerstagabend wandte sich nun Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in einer Facebook-Videobotschaft an die Bayern. Deren Inhalt: Appelle an den Zusammenhalt und das Durchhaltevermögen der Bayern, aber auch eine mehr oder weniger klare Ansage in Sachen Spekulationen: "Mein Tipp: Noch nicht vorzeitig darüber spekulieren, wann und wie Maßnahmen gelockert werden können. Sondern jetzt ist es wichtig, die nächste Zeit gemeinschaftlich durchzustehen."

    Wie die Franken die "nächste Zeit gemeinschaftlich durchstehen" - steht: hier

    Es sei auch wichtig, nicht zu schnell wieder aufzustehen, nicht zu früh wieder anzufangen, da es sonst am Ende doch noch viel schlimmer werden könnte. Den Namen seines Wirtschaftsministers nannte Söder in seiner kurzen Ansprache nicht.

    Söders nordrhein-westfälischer Ministerpräsidentenkollege Armin Laschet (CDU) warnte in einer ARD-extra-Sendung zum Coronavirus ebenso vor verfrühten Diskussionen über eine Ende der Einschränkungen. Dies suggeriere, dass man in der Coronakrise bereits über den Berg sei. "Wir sind aber noch nicht über den Berg", so Laschet.

    Am späten Abend schaltete sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in die Debatte ein. Auch sie stellte fest, dass es aktuell zu früh für Diskussionen über Lockerungen der Maßnahmen sei. "Es kann noch nicht der Zeitpunkt sein", sagte Merkel in Berlin und verwies auf nach wie vor schnell steigende Infektionszahlen in Deutschland.

    Kritik aus der Opposition

    Zuvor waren Aiwangers Aussagen von Vertretern der Oppositionsparteien im bayerischen Landtag stark kritisiert worden. Die grüne Fraktionschefin Katharina Schulze bezeichnete es als gewagt, in einer "Basta‘-Mentalität das Ende des Virus zu verkünden."

    SPD-Fraktionschef Horst Arnold bezeichnete die Termin-Spekulation als "mehr als leichtfertig".

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