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Shoppen und Spielen: So soll die Fürther City gerettet werden | BR24

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Alle Läden auf einem Fleck - viele finden das praktisch. Trotzdem stecken Shopping-Center in der Krise. Wie die Zukunft nach dem Lockdown aussieht, ist an vielen Standorten offen.

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Shoppen und Spielen: So soll die Fürther City gerettet werden

Seit Jahren steht das City-Center in der Fürther Innenstadt leer. Nun wird das ehemalige Einkaufszentrum zu einem Spiel-und Spaß-Palast umgebaut, in dem man auch einkaufen kann. Die Stadt Nürnberg setzt auf andere Ideen zur Belebung der City.

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Von
  • Michael Reiner

Großbaustelle in der Fürther Innenstadt, Arbeiter mit Presslufthämmern stemmen im ehemaligen City-Center den Fußboden ab. Das Einkaufszentrum zwischen der Fußgängerzone in der Schwabacher Straße und der Hallstraße wird komplett entkernt und umgebaut. Das bisherige Konzept hat nicht mehr funktioniert. Vom alten Bau bleibt wenig übrig, zum Beispiel die langgezogene, tonnenförmige Glasdecke. Auch der Namen ändert sich, aus dem City-Center wird das "Flair" – mit neuem Konzept. "Es war mal ein Shopping-Center. Den Anspruch haben wir nicht mehr. Wir verstehen uns mehr als Urban-Entertainment-Center", sagt Alexander Elle von der Fürther P&P-Gruppe, die das Projekt baut und betreiben wird.

Kostenlose Spielautomaten für alle

60 Millionen Euro wird die P&P-Gruppe investieren. Rund 60 Geschäfte werden einziehen. Auf einer Fläche von 18.000 Quadratmetern wird es jedoch nicht nur Läden geben, erklärt Alexander Elle. Geplant ist eine Kombination aus Einkaufen, Essen, Trinken und Spielen. Für Kinder gibt es eine Rutsche über zwei Etagen. Erwachsene dürfen sich über einen kostenlosen Fitnessbereich freuen. "Aber wir haben eben auch kostenlose Spielautomaten, die wie Tische funktionieren", sagt Elle. Kunden können hier "Stunden verbringen, indem sie zusammen mit ihrer Familie spielen oder diverse Fahrgeschäfte fahren".

OB: Fürth braucht überregionale Filialisten

Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD) setzt darauf, dass das neue Center die Fürther Innenstadt attraktiver machen wird. Es gebe in Fürth zwar viele inhabergeführte, kleine Läden. Doch die alleine reichen seiner Meinung nach nicht aus, um die Fußgängerzone zu beleben. "Wir brauchen auch überregional ausstrahlende Filialisten", sagt er. Die Mischung im "Flair" mit Gastronomie, Eventangeboten und vielen Läden, die es derzeit in Fürth noch nicht gebe, würde "die Einkaufsstadt Fürth abrunden".

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Die Tonnendecke aus Glas war chrakteristisch für das City-Center. Sie bleibt erhalten.

Hoffen auf Kunden aus der Region

Mitte September soll das "Flair" fertig sein. OB Jung hofft darauf, dass es dann Kunden auch aus anderen Städten der Region nach Fürth locken wird. Dafür nimmt es der SPD-Politiker in Kauf, dass ein großer Spiel-Palast mitten in der Innenstadt entstehen wird: "Mit dem Stadttheater hat ja das Thema Schauspiel und Spiel ja eigentlich schon immer Platz in der Innenstadt. Wir haben die Kirchweih, wir haben die großen Festivals. Und da ist es nur konsequent, dies auch ins 'Flair' zu integrieren."

Noch kein Plan für Nürnberger City-Point

Auch der Nürnberger Baureferent Daniel Ulrich (parteilos) denkt darüber nach, wie er die City attraktiver machen kann. Von einem Spiel-Spaß-und-Einkaufszentrum zur Belebung hält er wenig. "Die City an sich muss das Entertainment sein. Da gehört alles dazu." In der Nürnberger Fußgängerzone gibt's ebenfalls ein Shopping-Center, das nicht mehr funktioniert. Der City-Point soll abgerissen werden. Noch kennt die Stadt Nürnberg keinen Plan für eine neue Nutzung.

Innenstädte brauchen mehr als Shopping-Center

Shopping-Center, in denen alles unter einem Dach vereint ist, sieht der Baureferent jedenfalls als Auslaufmodell. Für Ulrich zählt das Gesamtpaket: Die Innenstadt brauche mehr als nur Läden, sagt er. Sie brauche Wohnen, Kultur und Gastronomie. "Das zusammen gibt dann ein Angebot, das so spektakulär ist, dass man es mit Online-Handel nicht mehr schlagen kann", sagt Ulrich. Denn der wahre Feind des innerstädtischen Lebens ist seiner Ansicht nach der Online-Handel.

Kleinere Shopping-Center leiden

Leidtragende dieser Entwicklung könnten kleine Shopping-Center werden. Wie zum Beispiel das Forum in Stein. Ladenzentren wie dieses sind schon jetzt von der Corona-Pandemie gebeutelt. Wenn der Handel wieder anspringt, müssen sie sich doppelt anstrengen, um ihre Kunden zurückzuholen.

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