Porträt: Iana Matei
Bildrechte: BR/Daniela Olivares

Iana Matei gründete die Organisation Reaching Out Romania.

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Shalompreis 2023: Hilfe für Ausstieg aus Sexindustrie

Er zählt zu den am höchsten dotierten Menschenrechtspreisen in Deutschland: Der Shalompreis, verliehen von einem Arbeitskreis an der katholischen Uni Eichstätt. Preisträger ist eine Organisation, die Mädchen hilft, aus der Sexindustrie auszusteigen.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Oberbayern am .

Der Arbeitskreis (AK) Shalom für Gerechtigkeit und Frieden an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) vergibt den diesjährigen Shalompreis an Reaching Out Romania (ROR). Die nichtstaatliche Hilfsorganisation hilft Mädchen in Rumänien aus der Sexindustrie auszusteigen. Im Fokus stehen dabei Kinder und Jugendliche, die von der moldawischen und rumänischen Mafia nach Westeuropa verschleppt worden sind und dann wieder in ihre Heimat zurückkommen. Dort stehen sie dann aber oft vor dem Nichts, weil die Familien sie häufig aus Scham nicht mehr aufnehmen. Und da hilft ROR. Dort erhalten die Mädchen zum einen Schutz vor Menschenhändlern und zum anderen eine Ausbildung sowie eine oft dringend benötigte psychologische Betreuung.

Medizinische, psychologische, soziale und juristische Hilfe

Die Organisation wurde 1999 von Iana Matei gegründet. Die 64-jährige Psychologin engagiert sich seit Jahrzehnten in diesem Bereich. Seit 1999 hat die Organisation mehr als 750 Opfern geholfen, zwei Hilfszentren und einen Bauernhof gebaut. Derzeit leben in den Zentren - etwa in der Stadt Piteşti - zwölf Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 16 Jahren mit rumänischer Staatsangehörigkeit. Sie erhalten dort persönliche Sicherheit sowie medizinische, psychologische, soziale und rechtliche Hilfe.

Preisverleihung am Samstagabend in Eichstätt

"Mit dem diesjährigen Projekt wollen wir darauf hinweisen, dass es auch hier in Europa schwere Verstöße gegen die Menschenrechte gibt, gegen die wir unsere Stimme erheben möchten", begründet Ulrike Schurr-Schöpfel, Sprecherin des Arbeitskreises Shalom, die Entscheidung.

Der Shalompreis ist einer der am höchsten dotierten Menschenrechtspreise in Deutschland. Das Preisgeld wird ausschließlich durch Spenden zusammengetragen. Wie hoch das Preisgeld ausfällt, steht daher erst in einigen Monaten fest. In den vergangenen Jahren kamen zwischen 15.000 und 30.000 Euro an Spenden zusammen. Bürgerinnen der Stadt Eichstätt, ehemalige Studierende und Mitarbeiter der Uni Eichstätt ermöglichen die Menschenrechtsarbeit des 1981 gegründeten Arbeitskreises durch ihr ehrenamtliches Engagement. Der Shalompreis wird am Samstagabend um 19 Uhr im Holzersaal der Sommerresidenz in Eichstätt an Iana Matei verliehen.

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