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Seniorenresidenz Gleusdorf: Prozess muss neu aufgerollt werden | BR24

© Norbert Steiche/BR-Mainfranken

Der Prozess um rätselhafte Todesfälle in der Seniorenresidenz "Schloss Gleusdorf" beginnt nochmal komplett von vorne. Der zuständige Richter ist schwer erkrankt. Weil das Verfahren schon zu lange unterbrochen ist, kann es nicht fortgeführt werden.

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Seniorenresidenz Gleusdorf: Prozess muss neu aufgerollt werden

Der Prozess um rätselhafte Todesfälle in der Seniorenresidenz "Schloss Gleusdorf" beginnt nochmal komplett von vorne. Der zuständige Richter ist schwer erkrankt. Weil das Verfahren schon zu lange unterbrochen ist, kann es nicht fortgeführt werden.

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Der Prozess wegen angeklagter Fälle von "Totschlag durch Unterlassen" in der "Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf" im Landkreis Haßberge vor dem Landgericht Bamberg wird neu angesetzt. Der Grund: Der Vorsitzende Richter ist längerfristig erkrankt.

15 Verhandlungstage von Januar bis März

Das Landgericht Bamberg erließ den formellen Beschluss, dass das Verfahren ausgesetzt wurde. "Die möglichen Unterbrechungsfristen sind ausgeschöpft, die Hauptverhandlung kann nach Ablauf dieser Fristen nicht fortgesetzt werden," heißt es in einer Pressemitteilung des Landgerichts Bamberg. Das Verfahren wird am 8. Januar 2020 neu gestartet. Für das neue Verfahren sind insgesamt 15 Verhandlungstage angesetzt. Der letzte ist für Mitte März terminiert.

Vorwurf: Totschlag und versuchter Totschlag durch Unterlassen

Die drei Angeklagten, die 59-jährige ehemalige Heimleiterin, der 49-jährige ehemalige Pflegedienstleiter und der einstige für die ärztliche Versorgung der Heimbewohner tätige Hausarzt mussten sich seit Anfang Juli sich unter anderem wegen "mittäterschaftlich begangenen Totschlags durch Unterlassen" und "mittäterschaftlichen begangenen versuchten Totschlags durch Unterlassen" vor der Großen Strafkammer als Schwurgericht verantworten. Ihnen wird unter anderem im Fall eines 79-Jährigen gemeinschaftlicher Totschlag durch Unterlassen vorgeworfen. Außerdem wirft ihnen die Staatsanwaltschaft in zwei weiteren Fällen versuchten Totschlag durch Unterlassen vor.

Angeklagte sollen Bewohnern medizinische Versorgung vorenthalten haben

Den Angeklagten wurde beim Prozessbeginn im Sommer von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, sich als "Herren über Leben und Tod" verhalten zu haben und den Bewohnern die erforderliche medizinische Versorgung nicht gewährt oder die dringend gebotene Verlegung in ein Krankenhaus nicht veranlasst zu haben, was in einem Fall den Tod eines Heimbewohners und in zwei weiteren Fällen jedenfalls erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge gehabt haben soll. Ob diese Aussagen in der Anklageschrift so aufrecht erhalten werden, bleibt abzuwarten.