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Seniorenheim: Plaudern hinter Plexiglas | BR24

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Sieben Wochen lang haben die Bewohner des Willy Bühner Seniorenheims in Oberasbach ihre Angehörigen nicht gesehen. Das BRK Zirndorf hat nun eine mobile Sanitätsstation zum Besuchercontainer umgebaut.

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Seniorenheim: Plaudern hinter Plexiglas

Das Oberasbacher Willy Bühner Seniorenheim des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) hat jetzt einen Besuchscontainer: In dem umgebauten Sanitätswagen können sich Heimbewohner mit ihren Angehörigen treffen und miteinander reden.

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Der Besuchscontainer steht auf dem Parkplatz vor dem Seniorenheim und besteht aus zwei Räumen. Damit die Bewohner des Heims darin den Besuch eines Angehörigen empfangen können, haben Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes eine Plexiglasscheibe zwischen den zwei Räumen in den Wagen eingebaut. Das ermöglicht nun auch Besuche trotz Corona-Pandemie.

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Alternative aber kein Ersatz

Der Heimbewohner wird vom Pflegepersonal in den einen Raum gebracht. Dank einer Rampe ist das auch für Menschen im Rollstuhl oder mit Rollator möglich. In den anderen Raum setzen sich dann die Angehörigen der Senioren hin. Sie unterhalten sich per Babyphones miteinander. „Das ist eine Alternative, aber kein gleichwertiger Besucherersatz“, sagt Arthur Sieder, Katastrophenschutzbeauftragter des Bayerischen Roten Kreuzes Fürth. Aber derzeit sei der Besuchscontainer eine gute Lösung.

Sanitätswagen wird zum Besucherraum

Die Sanitätswagen, die bei großen Veranstaltungen als mobile Behandlungszimmer eingesetzt werden, würden sowieso derzeit ungenutzt rumstehen. Die Idee für diesen Besuchscontainer hatte Ernst Rippel, Bereitschaftsleiter des BRK in der Nachbarstadt Zirndorf. Rippel hatte im Radio von Besuchscontainern für Senioren in den Niederlanden und in Mönchengladbach gehört und wollte dies für seine Region ebenfalls umsetzen.

Container wird trotz Lockerungen gebraucht

Es gebe ein ausgefeiltes Hygienekonzept für den Besuchswagen, so dass sich keiner infizieren könne, erklärt Rippel. „Das ist oberstes Gebot“, sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Heimleiterin Silvia Sander-Brühl erhofft sich, dass es den Heimbewohnern mit der Möglichkeit solcher Besuche hinter Plexiglas wieder besser geht. Diese Besuchsmöglichkeit bräuchten sie weiterhin, auch wenn die Staatsregierung am Wochenende das Besuchsverbot für Pflege- und Seniorenheime lockert. Dafür müsste sie aber mehr Personal bereitstellen, das sie nicht habe, erklärt die Heimleiterin. "Wir brauchen den Container auf jeden Fall weiterhin", sagt Silvia Sander-Brühl.

Besuchseinschränkungen belasten Senioren

In dem Willy Bühner Heim des BRK leben derzeit etwa 100 Männer und Frauen. Das Pflegepersonal habe ihr berichtet, dass es den Bewohnern ohne Besuche von Angehörigen oder Ehrenamtlichen schlecht gehe. „Für die Bewohner ist es sehr traurig“, sagte Sander-Brühl. Sie freut sich darüber, die Möglichkeit des Besuchs hinter Plexiglas anbieten zu können. Denn die Heimleiterin geht davon aus, dass die Besuchseinschränkungen noch länger gelten werden. „So eine Möglichkeit gibt einfach wieder Kraft und macht es leichter, es durchzuhalten“.