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Seniorenbetrug in Prien und Passau: Acht Männer festgenommen | BR24

© Martin Gerten/dpa-Bildfunk

Illustration - Ein Telefonhörer ist vor einem Plakat der Polizei mit der Aufschrift «Achtung: Hier spricht nicht die Polizei» zu sehen.

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    Seniorenbetrug in Prien und Passau: Acht Männer festgenommen

    Die Polizei Niederösterreich hat in Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Oberbayern Süd eine Betrügerbande gefasst, die Senioren in Ober- und Niederbayern um viel Geld gebracht haben soll. Eine Frau aus Prien übergab Gold im Wert von 600.000 Euro.

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    Die Landespolizeidirektion Niederösterreich hat am Montagnachmittag einen großen Fahndungserfolg präsentiert, bei dem es um eine Betrugsmasche durch "falschen Polizisten" geht. In Niederösterreich wurden insgesamt acht Männer festgenommen.

    Vier Fälle in Niederbayern, einer in Oberbayern

    Sieben Österreicher im Alter zwischen 21 und 31 Jahren sowie ein türkischer Staatsangehöriger wurden festgenommen. Vier Fälle wurden damit in Niederbayern geklärt, einer - der Fall mit der höchsten Schadenssumme - in Oberbayern. Die Gruppe um einen 23-Jährigen aus dem Bezirk Wiener Neustadt soll in Passau und Prien ältere Menschen ausgetrickst haben, indem sie sich am Telefon als Kriminalbeamte ausgegeben hatten.

    Angebliche Hinweise auf Einbrüche

    Die Masche der Betrüger war immer die gleiche: Sie gaben an, Hinweise zu haben, nachdem die Senioren demnächst Opfer eines Einbruchs werden könnten. Die falschen Polizisten boten sich an, deshalb auf Hab und Gut "aufzupassen".

    Gold im Wert von 600.000 Euro am Parkplatz in Prien übergeben

    So übergab eine 61-jährige Seniorin auf einem Parkplatz in Prien Gold im Wert von 600.000 Euro an einen Unbekannten, weil sie glaubte, er wäre ein Polizeibeamter. Zuvor wurde sie von einem angeblichen Polizeioberkommissar und einem Oberstaatsanwalt angerufen, die ihr erzählten, dass im Rahmen von verdeckten Ermittlungen bei rumänischen Clan-Mitgliedern ihre Wertdepot- und Kontodaten gefunden worden seien. Die Prienerin müsse sofort ihr Schließfach räumen.

    Tatsächlich besitzt die Frau bei einer Bank in Prien am Chiemsee ein Schließfach, das sie ausräumte. Die Goldbarren und Goldmünzen im Wert von 600.000 Euro übergab sie auf einem Supermarktparkplatz. Der "falsche Polizist" packte das Gold in einen Aktenkoffer und nahm es mit, um, wie er ihr sagte, "die Echtheit zu überprüfen".

    In Passau Fälle zwischen 30.000 und 50.000 Euro

    In weiteren Fällen wurden mehrere Opfer in Passau zur Übergabe von Bargeld und Wertgegenständen - zwischen 30.000 Euro und 50.000 Euro - überredet. Durch Täterbeschreibungen und grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Polizei führte die Spur dann zum mutmaßlichen Drahtzieher und weiteren vier Beteiligten. Sie sitzen in Untersuchungshaft.