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SSV-Jahn-Verteidiger schreibt Doktorarbeit in Jura | BR24

© dpa/Uli Deck

SSV Jahn-Verteidiger Sebastian Nachreiner bildet sich neben dem Profisport beruflich weiter.

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    SSV-Jahn-Verteidiger schreibt Doktorarbeit in Jura

    Nicht selbstverständlich im deutschen Profifußball: Sebastian Nachreiner vom SSV Jahn Regensburg bildet sich neben dem Sport beruflich weiter. Im Profibereich zähle normalerweise nur der sportliche Erfolg, so die Spielergewerkschaft VDV.

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    "Fast jeder zweite (Fußball-) Profi verfügt weder über abrufbare berufliche Qualifikationen, noch ist dabei solche zu erwerben", erklärt VDV-Geschäftsführer Ulf Baranowsky der Deutschen Presse-Agentur. Dabei würde eine berufliche Weiterbildung von Profifußballern nach Einschätzung der Spielergewerkschaft VDV auch den jeweiligen Vereinen einen Mehrwert bringen.

    Sebastian Nachreiner: "In Deutschland besteht noch Nachholbedarf"

    Innenverteidiger Sebastian Nachreiner (31) vom Zweitligisten SSV Jahn Regensburg arbeitet gerade an seiner Doktorarbeit in Jura. Es ist eine Seltenheit im deutschen Profifußball. Seiner Einschätzung nach könnten die Profivereine durchaus mehr tun, um Fußballer auch auf die Zeit nach der Karriere vorzubereiten.

    "Mir fehlen zwar außerhalb des Jahn die Einblicke im Profifußball, aber da ist schon noch viel Luft nach oben, auch von Seiten der Hochschulen, dass man da Angebote zum Studieren schafft, die man nutzen kann, wenn man nicht so flexibel ist, weil man zum Beispiel feste Trainingszeiten hat", sagte der Niederbayer der dpa. "Da besteht in Deutschland noch Nachholbedarf, was das Bildungswesen betrifft. Darauf sollten auch die Vereine definitiv noch mehr Wert legen."

    Auch Nachreiners Vater ist ehemaliger Profifußballer und Jurist

    Auch Sebastian Nachreiners Vater, Anton Nachreiner, ist ein ehemaliger deutscher Fußballer (TSV 1860 München) und Jurist. Seit Oktober 2007 ist er Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses und seit August 2015 Präsident des Landgerichts Deggendorf.

    Vereine würden von beruflicher Weiterbildung profitieren

    Eine berufliche Weiterbildung von Profifußballern würde nach Einschätzung der Spielergewerkschaft VDV auch den jeweiligen Vereinen einen Mehrwert bringen. "Wissenschaftliche Erhebungen und unsere Erfahrungen zeigen, dass Spieler, die sich parallel beruflich weiterbilden, besser mit sportlichen Drucksituationen umgehen können. Denn sie wissen, dass sie bei Misserfolg auf dem Platz nicht ins Leere fallen", erklärte VDV-Geschäftsführer Ulf Baranowsky.

    VDV: Im Profibereich zähle nur der sportliche Erfolg

    "In den meisten Nachwuchsleistungszentren wird großer Wert auf die schulische Entwicklung der Talente gelegt. Im Profibereich hingegen zählt nur der sportliche Erfolg. Es gab und gibt sogar Spieler, die ihr paralleles Studium möglichst geheim halten wollen, um sich in sportlich schwierigen Phasen nicht vorwerfen lassen zu müssen, zu wenig auf den Fußball fokussiert zu sein", erklärte Baranowsky.