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Seltene Mooreiche in Kiesgrube bei Schweinfurt gefunden | BR24

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Sie ist über 5.000 Jahre alt, knapp 20 Tonnen schwer und eine wahre Seltenheit: die Mooreiche, die in einem Lohrer Sägewerk angekommen ist. Der Baum stammt aus einer Kiesgrube bei Schweinfurt. Nun sollen daraus Möbel entstehen.

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Seltene Mooreiche in Kiesgrube bei Schweinfurt gefunden

Sie ist mehr als 5.000 Jahre alt, knapp 20 Tonnen schwer und eine wahre Seltenheit: die Mooreiche, die in einem Lohrer Sägewerk angekommen ist. Der Baum stammt aus einer Kiesgrube bei Schweinfurt. Nun sollen daraus Möbel entstehen.

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Das Sägewerk Mehling & Wiesmann in Lohr am Main hat eine wahre Seltenheit geliefert bekommen: eine über 5.000 Jahre alte und etwa 20 Tonnen schwere Mooreiche. Daraus sollen jetzt hochwertige Furniere für den Innenausbau entstehen. Dazu wird der uralte Stamm zunächst gemessert, das heißt die Bohlen beziehungsweise Quader werden in 0,7 Millimeter dünne Scheiben geschnitten und anschließend getrocknet. Diese werden dann auf Trägerplatten aufgeleimt und für Wandverkleidungen oder Möbel aufgearbeitet.

Zufallsfund bei Baggerarbeiten nahe Schweinfurt

Entdeckt wurde der Baumstamm bei Baggerarbeiten in einer Kiesgrube bei Schweinfurt. Ein "echter Zufallsfund", sagt der Geschäftsführer des Sägewerks Richard Weis. Die Mooreiche stammt aus verschwundenen Wäldern, die bei Baggerarbeiten in Kiesgruben ans Tageslicht gefördert werden. Die Fundorte solcher Bäume sind daher nicht vorhersehbar. Vor Tausenden von Jahren habe der Main dort sein Flussbett verlassen und seinen Lauf geändert, erklärt Weis. Dabei hat das schwindende Wasser Kiesschichten hinterlassen – und damit einige Bäume, die darunter begraben sind.

Bäume wie diese gibt es nicht mehr

Unter den Kiesschichten ist das Holz unter Ausschluss von Sauerstoff gereift. So hat es mittlerweile die Vorstufe zur Braunkohle erreicht. Wäre der Stamm noch mehr gewachsen, wäre daraus Steinkohle geworden. Deshalb ist das Holz kohlschwarz, sagt Weis. Und sehr wertvoll.

"Die gibt es fast nicht mehr. Das ist ein Kleinod, ein Diamant aus der Kiesgrube." Richard Weis, Geschäftsführer

Bei Mooreichen zähle vor allem der ideelle Wert, eben weil so ein Fund extrem selten ist. Deswegen stehe das Holz besonders bei Liebhabern hoch im Kurs. Die letzte Mooreiche, die vor zwei Jahren ins Lohrer Sägewerk geliefert wurde, war rund 6.300 Jahre alt und hatte einen Durchmesser von 1,50 Meter. Die daraus entstandenen hochwertigen Furniere hat ein Käufer aus Island erworben und in einem Hotel in Budapest verbaut.

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Seltene Mooreiche kommt im Sägewerk in Lohr am Main an

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Stamm der Mooreiche im Querschnitt

© Mehling&Wiesmann GmbH

Seltene Mooreiche bei Baggerarbeiten in Kiesgrube gefunden

© Mehling&Wiesmann GmbH

Über 5000 Jahre alte Mooreiche

© Mehling&Wiesmann GmbH

Der Stamm wird von Sand und Kies abgedampft, sonst werden beim Bearbeiten die Sägen und Messer stumpf.