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Selbstversuch: Als einheimischer Helfer bei der Spargelernte | BR24

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Wegen der Corona-Krise fehlen bei der Spargelernte Saisonarbeiter aus Osteuropa. Und es melden sich nicht genügend einheimische Freiwillige, die einspringen könnten. BR-Reporter Tobias Chmura hat es versucht.

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Selbstversuch: Als einheimischer Helfer bei der Spargelernte

Wegen der Corona-Krise fehlen Saisonarbeiter aus Osteuropa. Jetzt sollen einheimische Freiwillige einspringen. Unser Reporter Tobias Chmura hat schon mal getestet, wie es ist, als ungeübter Freiwilliger Spargel zu stechen.

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Wegen der Corona-Krise fehlen Saisonarbeiter aus Osteuropa. Jetzt sollen einheimische Freiwillige einspringen. Unser Reporter Tobias Chmura hat schon mal getestet, wie es ist, als ungeübter Freiwilliger Spargel zu stechen.

BR-Reporter Tobias Chmura hatte sich so gut wie möglich vorbereitet: kräftiges Schuhwerk, Arbeitshandschuhe, Sonnencreme. Dazu jede Menge Motivation und Sportsgeist. Das konnte er auch gut gebrauchen bei seinem Selbstversuch als Reporter auf dem Spargelfeld in Sallach bei Rain am Lech. 300 Meter lang sind dort die Bifänge, unter denen das begehrte Frühjahrsgemüse heranreift.

Spargelstechen: Bei der Vorarbeiterin sieht das ganz locker aus

Der Folientunnel wird abgedeckt, die schwarze Plane zurückgeschlagen und dann gräbt die Vorarbeiterin den weißen Kopf der Spargelstange etwas frei. Sie sticht mit dem 30 Zentimeter langen Spargelmesser tief in die Erde, durchtrennt den Spargel und hebelt die Stange heraus. Unter ihren geübten Händen sieht die Arbeit eigentlich ganz einfach aus.

Spargel zu kurz? Unverkäuflich!

Einem Anfänger wie unserem Reporter geht das Spargelstechen bei seinen ersten Versuchen eher nicht so locker von der Hand. Der Umgang mit Kamera und Mikrofon ist halt doch etwas anderes als das Hantieren mit Spargelmesser und Kelle. Doch Tobias Chmura sticht munter drauf los, wühlt sich wie ein guter Reporter rein in sein Thema. Die ersten Ergebnisse sind allerdings ernüchternd: Spargelstange zwar gefunden, aber zu kurz. Unverkäuflich! Nächster Versuch.

Akkordlohn für viele Kilo Spargel in kurzer Zeit

Nach den ersten 30, 40 Stangen meldet sich der Rücken, doch langsam kommt unser Reporter rein ins Spargelstechen. Und er bekommt ein erstes Lob von seiner Vorarbeiterin. Das motiviert. Schließlich hat er gerade zwei Stangen Spargel hintereinander in der perfekten Länge aus dem Erddamm gebracht! Zusammen mit ihm sind vier rumänische Kollegen auf dem Feld. Bei denen sieht das viel lockerer aus. Wer viele Kilos in kurzer Zeit schafft, bekommt Akkordlohn, bis zu 15 Euro in der Stunde. Zwischendurch schaut Betriebsleiter Alexander Wunder vom Appel-Hof in Sallach vorbei. Er sucht zurzeit fieberhaft nach Arbeitskräften.

Freiwillige Helfer: Am besten ganztags, zumindest halbtags

Zwar melden sich derzeit viele Freiwillige bei ihm, sagt er. Das Problem aber sei, dass viele nur an manchen Tagen können, oder nur für einzelne Stunden - und das bringt ihn bei der Spargelernte nicht wirklich weiter. Er bräuchte viel mehr freiwillige Erntehelfer, die zumindest durchgehend halbtags, am besten ganztags arbeiten können. Betriebsleiter Wunder freut sich über die 30 Freiwilligen, die sich gemeldet haben, aber in der Hochsaison braucht der Großbetrieb mehrere hundert Erntehelfer für die harte Arbeit.

Rückenschmerzen und ein Erfolgserlebnis

Die spürt mittlerweile unser Reporter in den Knochen. Nach fünf Stunden bücken, stehen und Spargel stechen schwinden ihm langsam die Kräfte. Der Rücken und auch seine Hand tun ihm weh, die Füße schmerzen vom stundenlangen Stehen. Doch Tobias Chmura beweist Sportsgeist: Erst nachdem er komplett eine ganze Reihe im Spargelfeld abgeerntet hat, hört er auf. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, gut 35 kg Spargel hat er am Ende im Korb. Sein Fazit: Es hat trotz allem Spaß gemacht.

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