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Selb und Tschechien starten gemeinsames Naturschutzprojekt | BR24

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Artenschutzprojekt: Wiesenlandschaft zur nachhaltigen und insektenfreundlichen Bewirtschaftung

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    Selb und Tschechien starten gemeinsames Naturschutzprojekt

    Ein gemeinsames länderübergreifendes Artenschutz Projekt starten der örtlichen Energie- und Wasserversorger in Selb im Landkreis Wunsiedel und in Eger in Tschechien: Sechs Standorte mit rund 29.000 Quadratmetern stehen zur Verfügung.

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    Die örtlichen Energie- und Wasserversorger in Selb (ESM) im Landkreis Wunsiedel und in Eger in Tschechien haben sich zu einem gemeinsamen länderübergreifenden Artenschutz Projekt zusammengetan. Sie haben rund drei Hektar Land auf eine nachhaltige und insektenfreundliche Bewirtschaftung umgestellt, teilt es die ESM heute mit.

    Wiesenlandschaft an sechs Standorten

    Am Vormittag sind im tschechischen Liebenstein (Liba) die Infotafeln zu dem Projekt enthüllt worden. Insgesamt umfasst das länderübergreifende Projekt sechs Standorte mit rund 29.000 Quadratmeter Wiesenlandschaft. Unter anderem wurde bienen- und insektenfreundliche Saat ausgebracht, durch Hecken und Streuobstbäume Lebensraum für viele Wildtiere geschaffen, heißt es weiter.

    Honig als Geschenk - Regeln zur Mahd

    An vier Standorten kümmern sich Imker um vier Bienenvölker. Der Honig wird nach Angaben der ESM an Kunden verschenkt, um dann auf das Thema aufmerksam zu machen. "Es geht ja nicht nur darum, Blumen zu säen, sondern vor allem darum, die Art der Bewirtschaftung zu überdenken", betont der ESM-Chef Klaus Burkhardt. Auf allen ESM-Flächen gilt seit Anfang 2019: Die Mahd findet dort nicht vor dem 15. Juni statt, um Pflanzen die Aussaat zu ermöglichen.

    Anbau von Silphie statt Mais

    Zudem bieten die Energieversorger auch eine Unterstützung für Landwirte an. Das Ziel: besonders grundwasserschonende Bewirtschaftung: Als Feldversuch wird die Becherpflanze Silphie statt Mais angebaut. Die Pflanze bietet verglichen mit Mais einige Vorteile: So benötigt sie kaum Dünger, bietet Insektennahrung und ist somit wichtig, um Nitrat zu reduzieren. Außerdem liefert sie bei geringerem Wasserverbrauch eine ähnlich hohe Biomasse wie Mais und beugt als langjährige Kultur Bodenerosion vor, so der ESM Betriebsingenieur für Erdgas und Trinkwasser Christian Fischer.

    Länderübergreifende Zusammenarbeit seit vielen Jahren

    Hinter dem Projekt stehen die Energieversorgung Selb-Marktredwitz GmbH (ESM) aus Selb sowie die Chevak Cheb a.s. aus dem tschechischen Eger. Die grenzübergreifende Zusammenarbeit ist älter als die beiden Unternehmen: Seit Anfang des 20. Jahrhunderts bezieht der Schirndinger Ortsteil Seedorf Trinkwasser aus Quellen, die von Seiten der Stadt Eger bewirtschaftet werden, "Trinkwasser kennt keine Grenzen, Gleiches muss für seinen Schutz gelten", so ESM Chef Klaus Burkhardt weiter.