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Bildrechte: Dominik Bartl

Neuer Zugspitzbahnhof in Garmisch-Partenkirchen

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    Seilbahnbetreiber bangen um Pfingstferien

    Nicht mal mehr ein Monat, dann beginnen die Pfingstferien. Derzeit ist völlig unklar ob und wenn ja, was touristisch überhaupt möglich ist. Besonders schwer trifft das die Seilbahnbetreiber. Längst hat das Bangen um die Sommersaison begonnen.

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    Von
    • Martin Breitkopf

    Weit und breit kein Mensch auf dem Bahnsteig – kaum geöffnet und schon wieder geschlossen – gespenstische Leere an den Ticketschaltern. Erst letzten November wurde der neue Zugspitzbahnhof eröffnet. 7,5 Millionen Euro hat der Bau der Zugspitzbahn gekostet. Top modern, vorbereitet auf den Ansturm. Doch der bleibt wegen des Corona-Lockdowns bis auf weiteres aus. Matthias Stauch, Vorstand der Zugspitzbahn, ist sauer. Ihn ärgert, dass es, obwohl ein ausgefeiltes Hygienekonzept für die Bergbahnen besteht, von Seiten der Politik kein Zeichen für einen Öffnungstermin gibt. Stattdessen kämen jedes Wochenende tausende von Tagesausflugsgästen unkontrolliert nach Garmisch-Partenkirchen. Das sei seiner Meinung nach viel gefährlich für eine Ansteckung.

    Nach ausgefallener Wintersaison bangen um Frühling und Sommer

    Schon die komplette Wintersaison ist ausgefallen. Kein einziges Mal liefen die Lifte in Deutschlands größtem Skigebiet Garmisch-Classic. Längst geht es an die Finanzreserven bei der Zugspitzbahn und um viele kleinere Lifte steht es noch viel schlechter. Stauch, der auch Präsident des deutschen Seilbahnverbands ist, fordert von der Politik einen Rettungsschirm. Vergleichbar der Förderung für den ÖPNV.

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    Matthias Stauch ist Vorstand der Zugspitzbahn und Präsident des Deutschen Seilbahnverband

    Rund 25 Millionen Euro Verlust bei der Zugspitzbahn

    Allein die bayerische Zugspitzbahn spricht von einem Umsatzverlust von rund 25 Millionen Euro. Die Hilfen vom Staat seien derzeit nur ein Tropfen auf den heißen Stein, heißt es von Matthias Stauch. Anders als private Liftbetreiber bekommen kommunal getragene Lifte wie etwa die Zugspitzbahn keine Mittel aus dem dritten Corona-Hilfspaket. Lediglich November- und Dezemberhilfen seien geflossen. Stauch rechnet derzeit mit rund 6,2 Millionen Euro Unterstützungshilfe für seinen Betreib. Und da hatte die Zugspitzbahn noch Glück, denn auf Deutschlands höchstem Berg läuft meist schon ab November der Skibetrieb. Doch die meisten anderen Skiliftbetreiber gehen komplett leer aus. Denn der Skibetrieb startet vielerorts erst um Weihnachten. Deshalb können keine entgangenen Umsätze geltend gemacht werden. Matthias Stauch sagt dem BR, der Verband bemühe sich derzeit um eine branchenübergreifende Sonderregelung.

    Nachbarn in Österreich planen Öffnung der Bergbahnen Mitte Mai

    Eine weitere Forderung ist eine Öffnungsperspektive. Während in Österreich bereits von einer Öffnung Mitte Mai gesprochen wird, befürchtet Stauch durch den Bundeslockdown bis zum Start in die Sommersaison ausgebremst zu werden. Das wäre seiner Meinung nicht nur unfair, sondern auch infektionsschutzmäßig äußerst fraglich, wenn über der Grenze die Bahnen laufen würden, hier aber weiter am Lockdown festgehalten werde. Seiner Aussage nach ist gut die Hälfte aller Liftbetriebe in Deutschland in ihrer Existenz gefährdet.

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    Blick auf Eibsee von der Seilbahn Zugspitze aus

    Bergbahnbetrieb zu Pfingsten bleibt fraglich

    Die Zugspitzbahn hat in den letzten Jahren immer wieder investiert. Unter anderem ist für rund 50 Millionen Euro eine neue Seilbahn für die Zugspitze entstanden. Alles finanziert aus Eigenmitteln und über Kredite. Fest einkalkulierte Einnahmen fehlen bis auf weiteres, denn mit dem Bundeslockdown ist die Fahrt auf Deutschlands höchsten Berg erst mal in weite Ferne gerückt, meint auch Verena Altenhofen die Kommunikationsmanagerin der Zugspitzbahn. Sie sagt gegenüber dem BR es sei keine Perspektive für zwei oder drei Tage zu öffnen. Man brauche Planungssicherheit, wenn man einen solchen Betrieb wie die Bergbahnen zur Zugspitze oder dem Wank hochfährt. Es ist also mehr als fraglich, ob zu Pfingsten die Seilbahn wieder auf Deutschlands höchsten Berg fährt. Wenn jetzt auch noch das wichtige Pfingstgeschäft ausfällt, geht es sogar langsam an die eisernen Reserven - auch bei der großen und weltweitbekannten Zugspitzbahn.

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    Sendung

    Mittags in Oberbayern

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    • Martin Breitkopf
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