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"Sehr guter Tag": Industrie zahlt für PFOA-Trinkwasser-Reinigung | BR24

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Im Rathaus von Altötting ist heute der Vertrag über zwei neue Filteranlagen für die Trinkwasserversorger der Region unterzeichnet worden. Die chemische Industrie stellt für Bau und Betrieb einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag zu Verfügung.

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"Sehr guter Tag": Industrie zahlt für PFOA-Trinkwasser-Reinigung

Im Rathaus von Altötting ist der Vertrag über zwei neue Filteranlagen für die Trinkwasserversorger der Region unterzeichnet worden. Die chemische Industrie stellt für Bau und Betrieb einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag zu Verfügung.

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Ziel ist, das Wasser in den kommenden 50 Jahren frei zu halten von der möglicherweise Krebs erregenden Chemikalie PFOA. Vertreter der vier Kommunen Altötting, Neuötting, Burgkirchen und Kastl sprachen bei der Vertragsunterzeichnung von einem sehr guten Tag. Kastls Bürgermeister Gottfried Mitterer (Freie Wähler) sagte, das Wichtigste sei, dass die Bürger wieder bedenkenlos Leitungswasser trinken und dass die Kosten für die Reinigung von der Industrie übernommen werden.

Chemieunternehmen zahlt freiwillig

Das Chemieunternehmen Dyneon, eine Tochter des 3M-Konzerns, ist rechtlich nicht zur Zahlung verpflichtet. PFOA war 40 Jahre lang legal im Chemiepark Gendorf bei Burgkirchen verwendet worden. Geschäftsführer Burkard Anders wollte die Vereinbarung deshalb auch nicht als Schuldeingeständnis verstanden wissen. Es gehe darum, die Verantwortung gegenüber den Gemeinden wahrzunehmen. Dyneon beschäftige 600 Mitarbeiter in Gendorf und sei an einem guten Miteinander interessiert.

Verschärfte Leitwerte

Der mittlere zweistellige Millionenbetrag wird den Kommunen Altötting, Neuötting, Burgkirchen und Kastl demnächst als pauschale Gesamtsumme ausbezahlt. Der Bau der beiden Filter soll im kommenden Jahr beginnen. Die Maßnahme ist nötig, damit die Trinkwasserversorger die kürzlich verschärften Vorschriften für PFOA einhalten können.

Bürgerinitiative lobt Engagement der Bürger

Für Umweltschützer ist die Vertragsunterzeichnung kein Grund, in Jubel auszubrechen. Dass der Verursacher eines Schadens für die Kosten aufkomme, sei eigentlich eine Selbstverständlichkeit, sagte ein Sprecher der Bürgerinitiative Netzwerk Trinkwasser (BINT). Gleichzeitig kritisierte er, dass die PFOA-Problematik in der Vergangenheit unter den Teppich gekehrt worden sei. Nur dank des Engagements zahlreicher Bürger und der wachsenden Aufmerksamkeit in den Medien habe sich dies geändert.

© BR/Hans Häuser

Vertragsunterzeichnung am 21.11.2018.

© BR/Hans Häuser

Vertragsunterzeichnung am 21.11.2018.