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"Sehr geehrte Persönlichkeiten": Uni Regensburg polarisiert | BR24

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Die Universität Regensburg hat alle Studierenden und Mitarbeitenden in einer Rundmail mit "Sehr geehrte Persönlichkeiten" angesprochen.

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"Sehr geehrte Persönlichkeiten": Uni Regensburg polarisiert

In einer Rundmail der Universität Regensburg werden die Empfänger mit "Sehr geehrte Persönlichkeiten" angesprochen. Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus. Dabei ging es in der Mail eigentlich um ein eher trockenes Thema.

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Von
  • Anne-Lena Schug
  • BR24 Redaktion

In einer Rundmail der Orthografie- und Normberatungsstelle an der Universität Regensburg werden die Empfänger, also alle Studierenden und Mitarbeitenden, mit "Sehr geehrte Persönlichkeiten" angesprochen. Diese Anrede sei eine geschlechterneutrale Alternative zu "Sehr geehrte Damen und Herren", hieß es der Mail.

Reaktionen: "Von Ablehnung bis hin zu Zustimmung"

Die Reaktionen auf diese neue Anredeform seien sehr unterschiedlich gewesen, erklärte Christian Stang, Orthografieberater an der Universität Regensburg. "Das Ganze war bunt gemischt und ging von absoluter Ablehnung bis hin zu absoluter Zustimmung", so Stang auf BR-Anfrage.

Hauptsächlich geht es um Regeln für Texte

Mit der polarisierenden Anrede wollte die Uni Regensburg auf ein eher trockenes Thema hinweisen: Die neue DIN 5008. Diese sei für alle Studierenden und Mitarbeitenden an der Uni wichtig, weil sie grundlegende Regeln für Texte festlegt, die zum Beispiel bei der Anfertigung von Haus- oder Abschlussarbeiten zu beachten sind. Es geht unter anderem darum wie Zahlen richtig geschrieben werden oder welchen Bindestrich, ob den langen oder den kurzen, man verwenden sollte.

Neugierig auf Reaktionen

In dieser neuen DIN 5008 geht es aber unter anderem auch um das Thema geschlechtergerechte Sprache. So wird "Sehr geehrte Persönlichkeiten" dann als Anrede vorgeschlagen, wenn der Empfänger einer Mail oder eines Briefes die gewohnte Anrede "Sehr geehrte Damen und Herren" als unangemessen oder unhöflich empfinden könnte. Diese neue Anredeform wollte die Uni Regensburg einfach mal "konkret in die Praxis umsetzen". Man sei auf die Reaktionen gespannt gewesen, so Stang.

Keine verpflichtende Anrede

Eine verpflichtende Regelung, dass die Anrede "Sehr geehrte Persönlichkeiten" für jede Mail eingeführt werden solle, gäbe es nicht, so Stang. Es gebe aber an der Universität Regensburg einen Leitfaden zum Thema "Geschlechtergerechte Sprache", in dem verschiedene Möglichkeiten aufgelistet sind, wie man sich geschlechtsneutral ausdrücken könne. Typisch seien zum Beispiel Partizipformen wie "Mitarbeitende" oder Doppelnennungen wie "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter".

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