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Normalerweise schmieden viele Menschen Anfang des Jahres Urlaubspläne und buchen ihre schönsten Wochen im Jahr. In Zeiten von Corona liegt auch das Verreisen auf Eis - die Sehnsüchte dafür sind umso größer.

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Sehnsucht nach Reisen: Urlaubsplanung in Corona-Zeiten

Normalerweise schmieden viele Menschen Anfang des Jahres Urlaubspläne und buchen ihre schönsten Wochen im Jahr. In Zeiten von Corona liegt auch das Verreisen auf Eis - die Sehnsüchte sind dafür umso größer.

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Von
  • Miriam Scholz

Reisen ist die Sehnsucht nach dem Leben, ein Spruch von Kurt Tucholsky. Und nie war die Sehnsucht nach Sonne, Strand und einem Tapetenwechsel größer als mitten im Lockdown. Doch wann wir unsere Reiseträume wieder verwirklichen können, steht derzeit noch in den Sternen.

Dass eine gewisse Reiselust da ist, merkt auch Christina Reck, Inhaberin eines Reisebüros im Nürnberger Westen. Es kämen Anfragen, sagte Christina Reck dem Bayerischen Rundfunk. Die Kunden informierten sich über einen Sommerurlaub, buchen wollen demnach die meisten aber kurzfristig.

Deutschland als Reiseziel beliebt

Die Anfragen beziehen sich laut Reck auf Deutschland und die naheliegenden EU-Länder wie Spanien, Griechenland und Kroatien. Ziele, die mit dem Auto zu erreichen sind, werden mehr angefragt. Das hat auch eine Umfrage des Ferienhausanbieters "HomeToGo" ergeben, Deutschland und die umliegenden Länder sind demnach als Urlaubsziele für die Pfingst- und Sommerferien am meisten gefragt. Auch stehen Ferienwohnungen und –Häuser höher im Kurs als ein Aufenthalt in einem Hotel.

Wir müssen uns wieder an unsere Sehnsüchte herantasten

Das deckt sich auch mit den Erkenntnissen des Tourismuswissenschaftlers Professor Harald Pechlaner von der Katholischen Universität Eichstätt–Ingolstadt. Seinen Erkenntnissen zufolge wird das Bedürfnis an Raum zunehmen. Die Pandemie hat seinen Beobachtungen zufolge zu einem Vertrauensverlust geführt. Man müsse sich Stück für Stück wieder an die Sehnsüchte herantasten. Deshalb, so ist sich Professor Pechlaner sicher, würden sich Urlaubsansprüche nun stärker an den Themen Gesundheit, Sicherheit und Fragen des Raumes orientieren. So waren schon im vergangenen Sommer großräumige Angebote wie Ferienwohnungen und -Häuser deutlich häufiger gefragt.

Das Reisen wird sich ändern

Viele Menschen, so Pechlaner, machten sich darüber Gedanken, wie sie künftig verreisen wollen. Es würden neue Kategorien eine Rolle spielen, die vorher eher untergeordnet waren, wie beispielsweise Nachhaltigkeit und Sicherheit. Er geht auch davon aus, dass je länger die Pandemie dauert, wir umso weniger reisen würden wie vor der Pandemie.

Urlaub wird wieder mehr Wertschätzung erfahren

Durch die Pandemie würden Urlaubsreisen wieder mehr Wertschätzung erfahren, da ist sich Professor Pechlaner sicher. Sei es in der Vergangenheit wichtig gewesen, schnell und günstig Orte zu erreichen, würden Menschen mittelfristig bewusster reisen und daraus ein neues Reiseverhalten entwickeln.

Nicht mehr billig, sondern Normalpreisniveau

Flüge für 9,95 Euro und billig-billig-billig, da ist sich auch Christina Reck sicher, das werde vom Markt verschwinden und Urlaub würde wieder mehr zum Luxusgut. Das Reisen werde sich auf Normalpreisniveau einpendeln. Auch die Veranstalter denken um und bieten nun Flextarife an, die das kostenfreie Stornieren bis 14 Tage vor Abreise ermöglichen.

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Normalerweise herrscht bei Reisebüros in den ersten Monaten des Jahres Hochbetrieb. Wegen des Corona-Virus zögern viele Menschen jedoch bei ihrer Urlaubsplanung. Das merkt auch ein Reisebüro in Nürnberg.

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