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Die katholische Kirche verbietet die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. Gegen diese Entscheidung regt sich Widerstand. Der Würzburger Studentenpfarrer Burkhard Hose sammelt Unterschriften gegen das Verbot.

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Segnung Homosexueller: Würzburger Pfarrer sammelt Unterschriften

Das Nein des Vatikan zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare stößt bundesweit auf Widerstand. Der Würzburger Studentenpfarrer Burkhard Hose hat jetzt innerhalb kürzester Zeit über 1.000 Unterschriften gegen das Segnungsverbot gesammelt.

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Von
  • Patrick Obrusnik
  • Carolin Hasenauer

Gott könne Sünde nicht segnen, erklärte die vatikanische Glaubenskongregation. Deshalb kann die Katholische Kirche laut einer Stellungnahme des Vatikans vom 15. März gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht segnen. In Deutschland formiert sich der Widerstand gegen das Segnungsverbot. Zusammen mit dem offen homosexuellen Pfarrer Bernd Mönkebüscher aus Hamm sammelt der Würzburger Studentenpfarrer Burkhard Hose Unterschriften für die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren. Die Resonanz sei überwältigend, so Hose.

Über 1.000 Unterschriften in anderthalb Tagen

Innerhalb von anderthalb Tagen haben deutlich mehr als 1.000 Menschen in Deutschland diese Aktion mit ihrer Unterschrift unterstützt. Etwa 90 Prozent der Unterschriften kämen von pastoralen Mitarbeitenden, also Pfarrern und Diakonen sowie Gemeinde- und Pastoralreferenten, schätzt Burkhard Hose. Für viele Menschen, die sich für eine Öffnung der Kirche engagieren, sagt er, sei das Segnungsverbot für Homosexuelle ein Schlag ins Gesicht: "Es ist interessant, dass man in Rom annimmt, man kenne den Willen Gottes und geht immer noch davon aus, dass gleichgeschlechtliche Liebe wider die Natur sei. Wenn die kirchliche Lehre nicht langsam naturwissenschaftliche Erkenntnisse wahrnimmt, dann fürchte ich um eine Versektung der Kirche."

Es geht um Liebe und Treue

Dem Studentenpfarrer geht es nach eigener Aussage darum, "die Liebe und Treue, die Menschen in homo- oder heterosexuellen Partnerschaften verbindet", zu segnen. "Wir verschenken den Segen. Das ist der Auftrag Gottes." Er selbst, sagt Burkhard Hose, habe noch kein gleichgeschlechtliches Paar gesegnet, aus Angst vor Sanktionen.

"Was habe ich alles als Priester schon gesegnet. Ich habe Häuser und Zuckerrüben-Erntemaschinen gesegnet – warum denn nicht auch Menschen, die sich lieben?" Studentenpfarrer Burkhard Hose

Bis zum Palmsonntag soll die Unterschriftensammlung weitergehen. Danach wollen Burkhard Hose und Bernd Mönkebüscher die Liste dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, und Birgit Mock, der Vorsitzenden des Forums "Sexualität und Partnerschaft" beim Synodalen Weg, übergeben.

Würzburger Bischof: Seelsorge unabhängig von sexueller Orientierung

Bischof Franz Jung äußert sich auf BR-Anfrage wie folgt zur Thematik: "Als Bistum Würzburg verstehen wir uns als Kirche für die Menschen. Unsere Seelsorge ist offen für alle Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung. Daher begleiten wir Menschen, wenn diese Hilfe benötigen und wünschen."

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Vom Vatikan kommt ein klares Nein zum Segen für gleichgeschlechtliche Paare. Dagegen formiert sich Widerstand. Der Würzburger Studentenpfarrer Burkhard Hose hat bereits über 1.000 Unterschriften gegen das Segnungsverbot gesammelt.

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