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Claus-Peter Reisch 2019 auf dem Deck des Rettungsschiffs "Eleonore" (Archivbild)

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    Seenotretter Reisch will in Türkei Fluchtursachen bekämpfen

    Claus-Peter Reisch wurde durch seine Seenotrettungsaktionen bekannt. Nun will er mit der Hilfsorganisation LandsAid Flüchtlinge in den Lagern rund um das türkische Izmir davon abbringen, die lebensgefährliche Überfahrt nach Griechenland anzutreten.

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    Von
    • Florian Regensburger

    Seenotretter Claus-Peter Reisch will am Sonntag zusammen mit Sven Weber von der Kauferinger Hilfsorganisation LandsAid nach Izmir aufbrechen. Sie wollen die Menschen in den türkischen Lagern mit Ziel Mitteleuropa davon überzeugen, die lebensgefährliche Überfahrt nach Griechenland mit meist ungeeigneten Booten nicht anzutreten, sagte eine Sprecherin von LandsAid dem BR.

    Zustände in Griechenland nicht besser als in der Türkei

    In Griechenland erwarteten die Menschen nämlich ebenso prekäre Zustände wie in den türkischen Lagern, "oder die erneute Abschiebung", heißt es in einer schriftlichen Mitteilung der Hilfsorganisation. Es wäre für die Menschen daher besser, zunächst in der Türkei auszuharren. "Wenn es ihnen dort einigermaßen gut geht, sie mit dem Nötigsten versorgt sind und eine Perspektive haben, riskieren sie nicht die lebensgefährliche Überfahrt auf die griechischen Inseln", wird Reisch in der Mitteilung zitiert. Der gebürtige Landsberger wurde durch mehrere aufsehenerregende Seenotrettungsaktionen bekannt.

    Lebensmittelpakete und Hygiene-Artikel für syrische Flüchtlinge

    In mehreren Lagern rund um die türkische Millionenstadt wollen die Helfer nun Lebensmittelpakete und Hygiene-Artikel an die überwiegend syrischen Flüchtlinge verteilen. Laut LandsAid leben sie größtenteils in wilden Lagern unter prekären Bedingungen leben.

    Berufsbildungsprojekt soll für Eigenständigkeit sorgen

    Außerdem soll demnach ein Berufsbildungsprojekt beworben werden, mit dem vor allem Frauen sich "im Textilbereich" selbständig machen und ihren Lebensunterhalt verdienen könnten. Dazu zählten auch Kredite und die Perspektive, Produkte über verschiedene Partner in Deutschland zu verkaufen. Aktuell leben laut LandsAid über 200.000 geflüchtete Menschen in den Lagern rund um Izmir.

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