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Horst Seehofer, Bundesinnenminister
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Günter Mayr-Eisinger
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Horst Seehofer, Bundesinnenminister

Horst Seehofer will sich nicht drängen lassen. Das hat er auf Fragen nach seinem Rücktritt als CSU-Chef in den vergangenen Wochen immer wieder deutlich gemacht - oder deutlich machen lassen: "Es bleibt bei dem von Horst Seehofer selbst angekündigten Fahrplan", sagte ein CSU-Sprecher noch am vergangenen Mittwoch. Da sorgte gerade ein Bericht der Wochenzeitung "Die Zeit" für Wirbel, wonach Seehofer bereits am Sonntag den CSU-Vorsitz zur Verfügung stellen wolle.

Seehofer bleibt bei seinem Zeitplan

Auch Seehofer selbst dementierte energisch: "Das ist eine fette Ente", sagte er der "Welt". Schließlich hatte er schon zuvor immer wieder gesagt: Erst solle die neue bayerische Staatsregierung stehen, dann werde er sich zu seinen Zukunftsplänen äußern. Das neue bayerische Kabinett wird am Montag vereidigt. Doch schon am Sonntagnachmittag treffen sich die Bezirksvorsitzenden der Partei mit Seehofer.

Und die CSU wartet auf den Tag X - zumal Seehofer selbst schon erkennen ließ, dass er sich über seine Entscheidung im Klaren ist. "Weitestgehend" stehe fest, was für eine Erklärung er abgeben werde. Doch selbst seine Vertrauten scheinen keinen Einblick zu haben, wie die Entscheidung ausgefallen ist.

Mayer für Personalunion aus Partei- und Regierungschef

Sein Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Stephan Mayer, gibt sich im "Interview der Woche" des SWR zurückhaltend: Die CSU müsse nach dem schlechten Abschneiden bei der Landtagswahl die richtigen Schlüsse ziehen. Weitaus wichtiger als ein Austausch von Köpfen sei ein inhaltliche Ausrichtung der CSU als Volkspartei für die unterschiedlichsten Strömungen der Gesellschaft.

Andererseits ist nach Mayers Worten offensichtlich, dass die CSU mit der Personalunion von Parteivorsitz und Ministerpräsident in der Vergangenheit gut gefahren sei. Und:

"Markus Söder ist ein starker Ministerpräsident. Er hat jetzt auch die Koalitionsverhandlungen federführend in die Hand genommen und sehr konzentriert und erfolgreich geführt." Stephan Mayer im SWR über Markus Söder

Er sei ein "sehr ernst zu nehmender Kandidat", wenn es um die Nachfolge im Parteivorsitz geht.

Und was ist mit Manfred Weber?

Dass andererseits Manfred Weber jetzt zum EVP-Spitzenkandidaten für die Europawahl bestimmt wurde, sei ein schönes Ergebnis für die CSU. Das schließe nach seiner Einschätzung nicht aus, dass auch Weber Parteivorsitzender werden könne. Aber:

"Ich bin der Überzeugung dass Manfred Weber gerade jetzt in den kommenden Monaten bis zur Europawahl im Mai nächsten Jahres eine Fülle von Aufgaben zu erledigen haben wird für die CSU." Stephan Mayer im SWR zu Manfred Weber

Festlegen mag sich Mayer aber nicht - weder für Söder oder Weber, noch in der Frage, ob es überhaupt einen baldigen Nachfolger im Parteivorsitz geben wird: "Das wäre jetzt wirklich rein spekulativ," sagt Mayer auf die Frage, ob sich Seehofer bald zurückziehen wird.