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Seehofer gibt CSU-Vorsitz Mitte Januar ab | BR24

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CSU-Chef Seehofer macht Mitte Januar den Weg für die personellen Erneuerung der Partei frei: Am 19. Januar werde er sein Amt als CSU-Vorsitzender zur Verfügung stellen, kündigte er an. Ein Sonderparteitag soll an diesem Tag den neuen CSU-Chef wählen.

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Seehofer gibt CSU-Vorsitz Mitte Januar ab

CSU-Chef Seehofer macht Mitte Januar den Weg für die personelle Erneuerung der Partei frei: Am 19. Januar soll ein Sonderparteitag einen neuen Vorsitzenden wählen. Bundeskanzlerin Merkel dankte Seehofer für die "intensive Zusammenarbeit".

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Die mit Spannung erwartete Erklärung von Horst Seehofer zum Ende seiner Amtszeit als CSU-Chef fiel kurz und knapp aus: Es ist eine schriftliche Mitteilung mit nur wenigen Sätzen. Seehofer kündigt darin an, dass er auf einem Sonderparteitag am 19. Januar 2019 sein Amt als Parteichef zur Verfügung stellen werde. "Das Jahr 2019 soll das Jahr der Erneuerung der CSU sein", betonte der 69-Jährige.

Auf dem Sonderparteitag werde die Basis ausreichend Gelegenheit erhalten, "darüber zu diskutieren, wie die CSU wieder mehr Vertrauen in der Bevölkerung gewinnen kann", schrieb der Parteichef weiter. Zur Vorbereitung des Sonderparteitags werde es am 17. Dezember eine Vorstandssitzung geben. Zu einem möglichen Nachfolger steht nichts in der Mitteilung. Auch zu seiner Zukunft als Bundesinnenminister äußerte sich Seehofer erneut nicht. Am Montag hatte er betont, dass er auch nach seinem Rückzug von der CSU-Spitze Bundesinnenminister bleiben wolle.

Söder dankt Seehofer

Als klarer Favorit für die Seehofer-Nachfolge an der CSU-Spitze gilt Markus Söder. Mehrere CSU-Bezirkschefs sprachen sich bereits dafür aus, dass der Ministerpräsident auch den Parteivorsitz übernimmt.

Söder twitterte: "Respekt für die Entscheidung von Horst Seehofer." Dieser habe die Partei in schwierigen Zeiten als Vorsitzender übernommen und sie zehn Jahre lang mit großem Einsatz geführt. "Danke für diese Leistung für unsere CSU und für Bayern."

Als weiterer möglicher Kandidat wird CSU-Vize Manfred Weber gehandelt. Auch er bedankte sich via Twitter und zollte Seehofer Respekt: "In seiner Zeit als Parteivorsitzender hat die CSU Wahlerfolge erzielt, die viel Vertrauen der Menschen in Horst Seehofer ausgedrückt haben. Für ihn sind immer die Menschen im Mittelpunkt gestanden."

Auch die oberbayerische CSU-Bezirksvorsitzende Ilse Aigner dankte Seehofer auf Twitter für seinen Einsatz: "Bayern hat sich unter seiner Führung zu einem Spitzenland entwickelt."

Merkel lobt Zusammenarbeit

Der CSU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Thomas Kreuzer zollte Seehofer Respekt für seine Rückzugsentscheidung. "Er macht damit selbstbestimmt den Weg frei für einen Neuanfang der CSU", teilte Kreuzer mit. Seehofer habe einen bleibenden Anteil an den Erfolgen der CSU. Auch CSU-Generalsekretär Markus Blume lobte Seehofers Leistungen.

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Weitere Information zur Verweildauer

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Der CSU-Generalsekretär Markus Blume kommentiert Horst Seehofers Ankündigung, den CSU-Vorsitz am 19. Januar abzugeben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel dankte Seehofer für seine Arbeit: "Ich habe Horst Seehofers Entscheidung mit Respekt zur Kenntnis genommen und danke ihm für zehn Jahre intensive Zusammenarbeit", ließ die CDU-Chefin auf ihrer Facebook-Seite mitteilen.

Kritik der Opposition

Weniger positiv fielen die Reaktionen der bayerischen Opposition auf Seehofers Entscheidung aus. Freie-Wähler-Fraktionschef Florian Streibl sprach von einem überfälligen Schritt. Denn ein Rücktritt, der so scheibchenweise passiere, schade letztlich der Demokratie in Deutschland und in Bayern.

Die Fraktionschefs der Grünen und der FDP, Ludwig Hartmann und Martin Hagen, bedauern allerdings, dass Seehofer offenbar Bundesinnenminister bleiben will. Hartmann forderte von Seehofer "klar Schiff" zu machen. Hagen sagte: "Dass Horst Seehofer den CSU-Vorsitz abgibt ist eine gute Nachricht für die CSU – eine gute Nachricht für Deutschland wäre, wenn er auch als Innenminister zurücktreten würde." Ähnlich äußerte sich auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Horst Arnold.

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Horst Seehofer hat angekündigt, den CSU-Vorsitz abzugeben. Er ist schon lange in der Politik. Das hier sind einige Momente aus seiner Karriere. An den ein oder anderen wird man sich noch länger erinnern.