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CSU-Chef Horst Seehofer beim Stammtisch im BR-Fernsehen
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Autoren

Christine Memminger
BR24 Redaktion
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CSU-Chef Horst Seehofer beim Stammtisch im BR-Fernsehen

Er stehe zu seiner Verantwortung als Parteivorsitzender und sei auch offen für einen Sonderparteitag, um das Wahlergebnis zu diskutieren, sagte Seehofer beim Sonntags-Stammtisch im BR Fernsehen. Aber: "Nochmal mache ich einen Watschnbaum nicht. Man kann mich kritisieren. Aber das zu reduzieren auf den Horst Seehofer - der ist für alles verantwortlich - das werde ich persönlich nicht mitmachen."

Seehofer: nicht wie nach Bundestagswahl

Er lasse sich aber auch nicht aus dem Amt drängen wie nach der Bundestagswahl im vergangenen Jahr, betonte Seehofer:

"Was wir jetzt erleben ist ja ein Remake der Bundestagswahl. Ich war auch bei der Bundestagswahl weder Spitzenkandidat noch bin ich irgendwo aufgetreten. Nach der Bundestagswahl ist das Ergebnis allein mir zugetragen worden: Jetzt muss er zurücktreten als Ministerpräsident. Ich habe mich dem gebeugt." Bundesinnenminister und CSU-Chef Horst Seehofer

Heuer - nach der Landtagswahl - werde er mit diesen Forderungen anders umgehen: Eher stelle er sein Amt als Parteichef zur Verfügung.

Enttäuschung über Barbara Stamm

Enttäuscht zeigte sich Seehofer über die scheidende Landtagspräsidentin Barbara Stamm. Die hatte im BR über mögliche Nachfolger für ihren Parteichef spekuliert - und Europapolitiker Manfred Weber ins Spiel gebracht.

"Die Barbara Stamm weiß, dass ich noch ein Jahr im Amt bin. Gewählt. Trotzdem fehlt jeder Respekt", kritisierte Seehofer. Ähnlich gehe es ihm mit Theo Waigel und Erwin Huber. Letzterer hatte Seehofer bereits kurz nach der Landtagswahl indirekt nahegelegt, sein Amt abzugeben. Er selbst habe nach der Wahl 2008 die Verantwortung übernommen und sei zurückgetreten, sagte Huber.

Seehofer will Öko-Themen stärker besetzen

Dass die CSU so viele Wähler verloren hat, erklärt sich Seehofer durch das Erstarken der Freien Wähler und der AfD. Dies mache es für die CSU schwer, eine absolute Mehrheit zu holen. Das Ergebnis der Landtagswahl zeigt laut Seehofer: "Die Menschen in Bayern wollten schlicht und einfach nicht, dass die CSU nochmal allein in Bayern regiert."

Seehofer räumte außerdem ein, dass seine Partei das Thema Ökologie nicht deutlich genug besetzt habe. "Es muss glaubwürdiger sein, dass die CSU als christliche Partei auch für die Bewahrung unserer Schöpfung steht. Das ist auch ein Stück Selbstkritik an mich selbst." Es sei "noch nicht genug natürliches Gedankengut" in der CSU.