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Die "Seebrücke" engagiert sich für die Flüchtenden. In Altdorf bei Nürnberg engagiert sich die Anke Trautmann für die Seenotrettung.

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Anke Trautmann engagiert sich für die Seenotrettung

Die Musikerin Anke Trautmann aus Altdorf bei Nürnberg engagiert sich in der Seenotrettung. Sie will die Not vieler Geflüchteter sowie ertrinkende Menschen im Mittelmeer nicht tatenlos mit ansehen.

Von
Christine WeirauchChristine Weirauch
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Man kann Menschen nicht einfach beim Ertrinken im Mittelmeer zusehen. Das ist die Grundüberzeugung der Menschen, die sich der politischen Bewegung "Seebrücke" angeschlossen haben. In Bayern gibt es derzeit 26 Städte und Gemeinden, die sich zum "Sicheren Hafen" erklärt haben. Das sind große Städte wie München und Nürnberg, aber auch kleinere Kommunen. In Altdorf bei Nürnberg engagiert sich die Musikerin Anke Trautmann in der "Seebrücke".

Not der Menschen auf der "Lifeline" lässt Trautmann aktiv werden

Ihre Welt ist für Anke Trautmann die klassische Musik. Die Altdorfer Musikerin unterrichtet Flöte und Kammermusik an der Berufsfachschule für Musik in Sulzbach-Rosenberg und hat bei den Nürnberger Symphonikern gespielt. Politisch aktiv war die Musikerin nie. Bis vor drei Jahren.

Das Rettungsschiff "Lifeline" mit 280 Geflüchteten an Bord durfte vor Malta wochenlang nicht anlegen. Anke Trautmann hat verfolgt, was mit dem Schiff passiert. "Da habe ich gedacht, das kann doch nicht wahr sein, man kann doch die Menschen, die da aus dem Mittelmeer gerettet worden sind, nicht nicht anlanden lassen und das hat bei mir so einen Klick gegeben." Und dann habe sie, so erzählt sie, recherchiert und sei auf die Seebrücke gekommen.

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Die Musikerin Anke Trautmann aus Altdorf bei Nürnberg engagiert sich in der Seenotrettung. Sie will die Not vieler Geflüchteter sowie ertrinkende Menschen im Mittelmeer nicht tatenlos mit ansehen.

Informieren über Arbeit der Rettungsschiffe

Anke Trautmann fragt im Altdorfer Freundes- und Bekanntenkreis herum, wer noch mitmachen würde und organisiert ein erstes Treffen. 15 Leute kommen. Das Ziel der Gruppe: Die 17.000 Einwohner-Gemeinde soll "Sicherer Hafen" werden.

"Wir haben gesagt, wir wollen das Thema wachhalten und sichtbar machen hier in Altdorf. Wir hatten das Gefühl, die Flüchtlingsheime leeren sich und das Problem ist aus der Welt. Und wir wollten darauf hinweisen, dass die Flüchtlinge da sind, aber hier einfach nicht mehr ankommen." Anke Trautmann, Initiatorin der Seebrücke Altdorf

Anke Trautmann möchte deshalb informieren. Sie organisiert Filmabende und Diskussionsrunden, wie mit Gerald Karl. Der ehemalige Marinesoldat und Krankenpfleger fährt auf den Rettungsschiffen im Mittelmeer mit. Gerald Karl zeigt Fotos von den Geretteten, die in Decken gewickelt auf seinem Boot sitzen.

Karl erzählt bei dieser Veranstaltung aber auch von den vielen Toten, die im Meer treiben, denn die Boote sind schwimmende Särge, wie er erklärt. Sie haben oft einen "mickrigen Motor", auch die Kraftstoffqualität sei sehr schlecht. Und er fragt, was wohl mit den Menschen passiert sei, die sie nicht gefunden haben – und von denen, die sie nicht finden im Meer, gebe es zu viele.

Dass seine Heimatstadt "Sicherer Hafen" ist, freut den geborenen Altdorfer und lässt ihn immer weitermachen.

"Es ist wichtig. Ich bin auch sonst Krankenpfleger und Rettungssanitäter und da kommt man auch zu einem Unfall und kann nicht helfen. Solche Niederschläge treiben einen auch an, eben beim nächsten Mal noch mehr auf Zack zu sein." Gerald Karl, Krankenpfleger, auch auf Rettungsschiffen

Nach drei Jahren Einsatz: Altdorf wird "Sicherer Hafen"

Auch Anke Trautmann macht immer weiter, wirbt mit ihrem Engagement für mehr Hilfsbereitschaft. Denn "Sicherer Hafen" zu sein, bedeute in erster Linie ein politisches Statement abzugeben.

"Wir haben Platz, also auch der Landkreis hat Platz, wir könnten aufnehmen und dass wir das zumindest artikulieren, in der Hoffnung, dass viele andere das auch tun." Anke Trautmann, Initiatorin der Seebrücke Altdorf

Seit April ist Altdorf im Nürnberger Land nun offiziell ein "Sicherer Hafen", mit knapper Mehrheit hat der Stadtrat dem Antrag zugestimmt. Drei Jahre hat Anke Trautmann dafür gekämpft.

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