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Sechsspuriger Ausbau der A6 bleibt ungewiss

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Sechsspuriger Ausbau der A6 bleibt ungewiss

Die A6 zwischen Schwabach und Crailsheim soll um eine dritte Fahrspur ausgebaut werden - in beide Richtungen. Aber das Projekt kommt nicht voran und auch die Finanzierung ist noch nicht vollständig gesichert.

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Von
  • Laura Grun

Stoßstange an Stoßstange donnern die Laster über die A6. Die rechte Spur gehört fast ausnahmslos den Brummis. Acht Kommunen entlang der Strecke zwischen Schwabach und Crailsheim haben sich zusammengeschlossen und wollen den Ausbau möglichst zügig voranbringen. Bernd Meyer ist Vorsitzender der Kommunalen Allianz Kernfranken, die sich für den Ausbau stark macht. Laut Meyer sei die A6 eine wichtige Verkehrsader für die Region. Sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus touristischer Sicht habe sie eine enorme Bedeutung. Im Zuge des gesamten Ausbaus würden entlang der Strecke außerdem Lärmschutzmaßnahmen gebaut, die von den lärmgeplagten Anwohnern sehnlichst erwartet würden.

Vorbereitungen am Autobahnkreuz Feuchtwangen/Crailsheim

Am Autobahnkreuz Feuchtwangen/Crailsheim sind die Planungen schon weiter vorangeschritten. Aktuell werden Bäume gerodet und Sträucher beschnitten, um genug Platz für die dritte Spur zu schaffen. Im kommenden Jahr könnte dort mit dem Ausbau begonnen werden, sagt Reinhard Pirner, Präsident der Autobahndirektion Nordbayern. Das letztendliche Okay für die Finanzierung muss aber der Bundestag mit seiner Haushaltsverabschiedung im Dezember geben. Doch dieser Abschnitt ist nur ein Teilstück der fast 70 Kilometer langen Strecke zwischen Schwabach und Crailsheim. Für die weitaus längeren Streckenabschnitte gibt es derzeit verschiedene Planungsstände, so Pirner.

„Wir bereiten die Baureife vor und dann kommt es drauf an, ob Geld da ist. Wenn vor 2030 Geld da wäre für die Projekte, könnten wir auch vorab schon beginnen.“ Reinhard Pirner, Präsident der Autobahndirektion Nordbayern.

Teilabschnitt hat keinen Vorrang

Aber ob es soweit überhaupt kommen wird, sieht der Landtagsabgeordnete der Grünen, Martin Stümpfig kritisch. In Bayern gebe es 175 Projekte mit „vordringlichem Bedarf“. Der Abschnitt der A6 der noch ausgebaut werden soll, gehöre nicht dazu. Dieser Teilabschnitt sei nur sogenannter „weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ – kurz gesagt: Er hat keinen Vorrang. Das liegt an der Größenordnung, wie stark die Verkehrszunahme auf dem Autobahnteilstück ist. Denn alle Projekte im Bundesverkehrswegeplan werden gemessen an ihrem Kosten-Nutzenverhältnis.

Sechsspuriger Ausbau nicht dringend genug

Der sechsspurige Ausbau der A6 sei laut Stümpfig einfach nicht dringend genug. Außerdem werde dem Bund mit der Corona-Krise das Geld knapp. Immerhin sei der sechs streifige Ausbau des A6-Teilstücks aktuell auf knapp eine Milliarde Euro angesetzt.

„Wir stehen da ganz weit hinten und ob das jemals gebaut wird, ob da jemals Mittel vorhanden sind, das steht wirklich noch weit in den Sternen.“ Martin Stümpfig, Landtagsabgeordneter Bündnis 90/Die Grünen

Schwerlastverkehr auf Schiene und Seitenstreifen-Aktivierung

Vielmehr solle nach Ansicht von Stümpfig der Schwerlastverkehr auf die Schiene verlegt werden und schlägt darüber hinaus eine deutlich sparsamere Lösung vor – die Seitenstreifen-Aktivierung. Diese gebe es bereits auf einigen Abschnitten und aus der Erfahrung zeige sich, dass man das schnell umsetzen könne, so Stümpfig weiter. Denn bis die aktuellen Planungen fertiggestellt seien, könne es bestimmt 2035 werden.

Autobahn-Engpass Westmittelfranken

Der Bundestagsabgeordnete der CSU, Artur Auernhammer, sieht den A6-Ausbau dagegen schon näherkommen. Er habe eine Mitteilung aus dem Bundesverkehrsministerium bekommen. Demnach gingen die Planungen für den Abschnitt zwischen Lichtenau und Triebendorf „einen weiteren wichtigen Schritt voran“. Bis sich der Autobahn-Engpass in Westmittelfranken aber endgültig löst, werden sich die Pendler noch etliche Jahre gedulden müssen.

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Der geplante Ausbau der A6 gestaltet sich zunehmend schwieriger. Die Bauherren haben nicht nur Probleme mit der Finanzierung, auch Naturschützer protestieren. Befürworter argumentieren mit der Bekämpfung täglicher Staus für Pendler.