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Sechsspuriger Ausbau – auf der A3 ist viel Geduld gefragt | BR24

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Ein Hörbeitrag zum Mega-Autobahnbau an der A3

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Sechsspuriger Ausbau – auf der A3 ist viel Geduld gefragt

Die gute Nachricht: Der letzte Bauabschnitt der "Leidensstrecke der Franken", wie sie Ministerpräsident Söder bezeichnet hat, wurde begonnen. Die A3 wird sechsspurig ausgebaut. Die schlechte Nachricht: Die Fertigstellung wird noch fünf Jahre dauern.

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Schon lange kann die A3 den aufkommenden Verkehr nicht mehr aufnehmen, deshalb ist ein sechsspuriger Ausbau nötig geworden. Der letzte Bauabschnitt wurde nun in Angriff genommen. Doch die Staus, Umleitungen und Sperrungen werden erst in fünf Jahren ein Ende haben, denn dann soll die A3 endgültig fertiggestellt sein.

Die A3 ist eine der wichtigsten Autobahnen in Europa und die meistgenutzte in Deutschland. Sie hat eine Gesamtlänge von 769 Kilometern von der niederländischen Grenze bei Elten bis zum österreichischen Übergang bei Suben. Jeden Tag rollen zwischen Aschaffenburg und Nürnberg 100.000 Fahrzeuge auf der A3. Jedes fünfte Fahrzeug ist dabei ein LKW. Die Strecke ist permanent überlastet. Die Verlagerung auf die Schiene wäre eine Alternative, aber Verbindungen fehlen.

Ausbau der A3: ein Megabauprojekt

Nicht umsonst bezeichnete der bayerische Ministerpräsident Markus Söder die A3 als die "Leidensstrecke der Franken". Wer die Karte mit dem Verlauf der A3 betrachtet, wird feststellen, dass sich bis jetzt in Unterfranken eine Baustelle nach der anderen aneinander reihte, vor allem rund um Würzburg. Begonnen von der A3 Frankfurt Richtung Würzburg mit Bauarbeiten zwischen Seligenstadt und Seligenstädter Dreieck, Randersacker und Würzburg-Heidingsfeld bis in die Oberpfalz am Kreuz Regensburg und Niederbayern am Kreuz Deggendorf.

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Übersichtskarte A3, Baufortschritt

Ab jetzt kommen noch mehr Baustellen

Schon jetzt gibt es ab dem Kreuz Erlangen/Fürth kilometerlange Baustellen auf der A3: Höchstadt Ost bis Erlangen-Frauenaurach (bis Ende 2020), Schlüsselfeld bis Pommersfelden (bis Ende 2020), Wiesentheid bis Geiselwind (ab August) und Biebelried bis Kitzingen/Schwarzach (ab September). Hier handelt es sich aber nur um Vorarbeiten für den sechsspurigen Ausbau.

Ein riesiges Projekt ist das Kreuz Erlangen/Fürth. 220 Millionen Euro kosten die Bauarbeiten für Einfädelspuren, Fahrbahnerneuerungen, Verbreiterung der Brücke und der Bau neuer Brücken. Jeden Tag kreuzen dort 104.000 Fahrzeuge die Strecke zwischen Nürnberg und Erlangen auf der A73. Sie führt über die A3 und dort passieren noch einmal so viele Fahrzeuge das Kreuz.

Kreuz Erlangen/Fürth: Endspurt

In dieser Woche war das Autobahnkreuz Erlangen/Fürth an drei Nächten komplett gesperrt. Riesige Trägerbauteile wurden für die neuen Fahrbahnen zwischen Nürnberg und Erlangen auf der A73 montiert. Da sie über die A3 führt, musste diese komplett gesperrt werden.

Die Träger, die die neuen Fahrbahnen bilden, sind insgesamt 4.000 Tonnen schwer. Sie wurden Stück für Stück als Schwerlasttransporte angeliefert, mit einem Spezialkran eingehoben und von Spezialisten exakt in Millimeterarbeit montiert. Eine Meisterleistung an Präzision und Passgenauigkeit war nötig, um den Fluss an Pendlerverkehr zu gewährleisten, der ab Ende des Jahres die neuen Fahrbahnen nutzen wird.

"Ein Autobahnkreuz auszubauen ist die Königsdisziplin: Zum einen müssen die Bauarbeiten laufen, zum anderen aber auch der Verkehr. Jede Bauphase muss geplant werden und am Autobahnkreuz Erlangen/Fürth haben wir allein 50 Bauphasen." Tobias Bäumler, Autobahndirektion Nordbayern

Größtes öffentlich-privates Infrastrukturprojekt Deutschlands

Der Ausbau der A3 ist teilweise finanziert vom Bund und der EU. So zahlt die Erweiterung des Autobahnkreuzes Erlangen/Fürth ausschließlich der Bund. Der letzte Abschnitt, der nun sechsspurig ausgebaut wird, ist ein sogenanntes ÖPP-Projekt, das größte so finanzierte Infrastrukturprojekt in Deutschland. ÖPP bezeichnet eine öffentlich-private Partnerschaft.

Auf 2,8 Milliarden Euro belaufen sich die Gesamtkosten des Ausbaus ab dem Kreuz Erlangen/Fürth und Biebelried. 1,5 Milliarden Euro wurden für die Erweiterungen der Fahrbahnen veranschlagt. Die Abrechnung erfolgt erstmals in Bayern nach dem sogenannten V-Modell, dem Verfügbarkeitsmodell. Das heißt, ein Firmenkonsortium baut und betreibt nicht nur die Autobahn, sondern es erstellt auch drei weitere Rastanlagen, Brücken und Lärmschutzvorkehrungen. Der Vertrag läuft 30 Jahre.

"Wir haben ein fixes Entgelt vertraglich vereinbart, das in voller Höhe nur dann ausgezahlt wird, wenn wir auch gut liefern, aber wir sind nicht abhängig von der Verkehrsmenge oder den Mauteinnahmen." Thomas Schwenzer, A3-Nordbayern GmbH & Co.KG

Bei älteren ÖPP-Projekten erfolgte die Refinanzierung durch Mauteinnahmen. Das Firmenkonsortium, das den Ausbau des letzten Abschnittes übernommen hat, besteht aus dem französischem Bauunternehmen Eiffage und der niedersächsischen Firma Johann Bunte. Bei einer geschätzten Bauzeit von etwa fünfeinhalb Jahren ist die A3 dann bis Ende 2025 zwischen der Landesgrenze Hessen/Bayern und Nürnberg durchgehend sechsstreifig ausgebaut.

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