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Sechs neue Pilzarten im Bayerischen Wald entdeckt | BR24

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Experten in den Nationalparks Bayerischer Wald und Sumava haben sechs neue und unbekannte Pilze entdeckt. Eine Sensation. Für den Kochtopf sind Phragmidium fusiforme, Ustilago salvey & Co. allerdings nichts. Da gäbe es schon mal ein Größenproblem.

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Sechs neue Pilzarten im Bayerischen Wald entdeckt

In Zeiten von Klimawandel und extensiver Landwirtschaft sterben viele Arten aus - teilweise noch bevor der Mensch sie entdeckt hat. Jetzt haben Forscher im Bayerischen Wald sechs neue Pilzarten gefunden.

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Jeden Tag sterben Pflanzen- und Tierarten aus. Der Mensch ist dafür oft die Ursache. Aber es werden auch immer wieder neue Arten entdeckt: So geschehen im Nationalpark Bayerischer Wald. Dort haben Wissenschaftler aus Deutschland und Österreich sechs neue Pilzarten ausfindig gemacht.

Essen kann man die neuen Pilze nicht unbedingt

Im Rahmen des Projekts "Funga des Böhmerwaldes" hatten die Mykologen eine Woche lang Workshops abgehalten, sich ausgetauscht und sind auf Exkursion gegangen. Unter den neuen Pilzen sind Kleinpilzarten mit Namen wie Phragmidium fusiforme, der seine orangebraunen Sporenlager auf der Blattunterseite der Alpenheckenrose bildet, oder Ustilago salveyi, ein Brandpilz, der seine Sporenlager auf dem Weichen Honiggras bildet. Sie sind Mehltaue, Rost- und Brandpilze - bei Gärtnern sind sie wenig beliebt, aber für die Wissenschaft sind sie ein äußerst interessantes und relativ unerforschtes Gebiet.

Pilze: Neuer Forschungsschwerpunkt im Bayerwald

Außer diesen haben die Fachleute rund 100 Kleinpilzarten gesammelt und bestimmt. Die Daten der Neulinge fließen jetzt in das aktuelle Projekt der Nationalparks Bayerischer Wald und Sumava ein. Ein bisher wenig erforschtes Gebiet rückt damit in den Fokus der Wissenschaft.

Aufklärung der Bevölkerung

Nicht nur im stillen Kämmerlein und unter sich wollen die Forscher ihre Erkenntnisse teilen, auch die Bevölkerung soll auf breiter Ebene aufgeklärt und informiert werden. Die Mykologen wollen in der Bevölkerung das Interesse für ihr Fachgebiet wecken. Denn Pilze, die weder Tiere noch Pflanzen sind, lenken den Nährstoffkreislauf der Natur schon seit Millionen von Jahren. Ohne Pilze kein Wald und kein Leben auf unserer Erde.

Sachgerechtes Pilzesammeln kein Schaden für den Wald

Das Schwammerlsuchen ist normalerweise keine Bedrohung für die Pilze und Wälder, weil wir nur die Fruchtkörper der Pilze fürs Kochen verwenden. Denn wenn der Sammler den Pilz fachgerecht entnimmt, verbleibt sein Körper, das Myzel, in der Erde, und der Pilz lebt weiter. Trotzdem sollten Schwammerlfreunde Maß halten: Also nur mit nach Hause nehmen, was man auch selber essen kann.