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Sechs Monate nach Hepatitis Skandal: Ermittlungen laufen noch | BR24

© BR/Judith Zacher

Ein halbes Jahr nachdem der Hepatitis-Skandal in der Klinik in Donauwörth aufgedeckt wurde, steht noch nicht fest, wann die Ermittlungen abgeschlossen sein werden. Fest steht aber, 60 ehemalige Patienten sind mit dem Hepatitis-Virus infiziert worden.

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Sechs Monate nach Hepatitis Skandal: Ermittlungen laufen noch

Ein halbes Jahr nachdem der Hepatitis-Skandal in der Klinik in Donauwörth aufgedeckt wurde, steht noch nicht fest, wann die Ermittlungen abgeschlossen sein werden. Fest steht aber, 60 ehemalige Patienten sind mit dem Hepatitis-Virus infiziert worden.

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Seit genau einem halben Jahr ist bekannt: Am Krankenhaus Donauwörth haben sich zahlreiche Patienten mit Hepatitis infiziert. Ein medikamentenabhängiger Anästhesist soll sie angesteckt haben. Die Staatsanwaltschaft Augsburg ermittelt gegen ihn wegen Körperverletzung, noch steht nicht fest, wann die Ermittlungen abgeschlossen sind.

60 ehemalige Patienten haben Hepatitis C

Die Untersuchungen des Gesundheitsamts dagegen stehen kurz vor dem Abschluss: Stand heute haben sich 60 Patienten nachweislich mit dem Virus angesteckt. 1714 Personen waren angeschrieben worden, weil sie in einem gewissen Zeitraum von dem betreffenden Arzt behandelt worden waren. Allerdings haben nicht alle geantwortet.

80 Patienten noch ohne Hepatitis-Test

Es fehlen laut Gesundheitsamtsleiter Rainer Mainka noch von über 80 Personen entsprechende Rückmeldungen über Tests: Sie wurden jetzt erneut angeschrieben. Ihnen wurde auch mit Zwangsmaßnahmen gedroht, falls sie keine Testergebnisse an das zuständige Gesundheitsamt melden würden. Außerdem wurden sie laut Mainka darauf aufmerksam gemacht, dass sie sich strafbar machen würden, wenn sie andere Personen anstecken würden.

Das Hepatitis C Virus kann, bleibt es unbehandelt, unter Umständen zu Leberzirrhose, Leberkrebs und damit auch zum Tod führen.

Hepatitis-Ansteckung mittels Spritze?

Wie der Arzt die Patienten angesteckt haben soll, steht noch nicht fest. Es könnte sein, dass er sich, bevor er Patienten Narkosemittel verabreichte, erst selber einen Teil des Mittels gespritzt hat. Dabei könnte sein Blut in die Spritze geraten sein, deren Inhalt er dann dem Patienten verabreicht hat. So die Theorie von Professor Gerhard Schneider von der Klinik für Anästhesiologie des Klinikums rechts der Isar der TU München.

Wissenschaftliche Untersuchung des Hepatitis-Skandals

Das Landesamt für Gesundheit sowie das Robert Koch Institut wollen die Geschehnisse am Donauwörther Krankenhaus unterdessen genauer untersuchen und herausfinden, wie solche Fälle in Zukunft vermieden oder zumindest schneller entdeckt und diagnostiziert werden könnten.