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Seit inzwischen einem halben Jahr haben Restaurants, Cafés und Bars geschlossen. Was fehlt, ist eine Öffnungsperspektive. Die Lage der Gastronomen ist ernst. Einige warten immer noch auf die November- und Dezemberhilfen.

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Sechs Monate geschlossen: Wie geht es Nürnberger Gastronomen?

Seit inzwischen einem halben Jahr haben Restaurants, Cafés und Bars geschlossen. Was fehlt, ist eine Öffnungsperspektive. Die Lage der Gastronomen ist ernst. Einige warten immer noch auf die November- und Dezemberhilfen.

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Von
  • Annika Svitil

Oliver Kirschner, Besitzer der Cocktailbar "Gelbes Haus" in Nürnberg, redet nicht um den heißen Brei herum: Seit rund einem Jahr sind Café-, Restaurant- und Barbesitzerinnen und -besitzer quasi arbeitslos. Denn so lange hält die Corona-Pandemie bereits an und auch wenn im Sommer Öffnungen unter Hygienemaßnahmen erlaubt waren: Seit 1. November 2020 ist die Gastronomie komplett geschlossen.

Sorgen trotz Fördermittel

Als stellvertretender Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands Bayern in Nürnberg kennt Oliver Kirschner die Lage, in der sich seine Kollegen befinden. Diese ist sehr ernst, auch wenn es Förderprogramme gibt, die 75 Prozent des Umsatzes versprechen. Doch die würden nicht alle laufenden Kosten decken, das "To Go"-Geschäft würde abgezogen werden und noch immer hätten nicht alle Gastronomen ihre beantragten November- und Dezemberhilfen erhalten.

Oliver Kirschner geht es finanziell einigermaßen gut, aber die Rücklagen, die er vor der Pandemie bilden konnte, sind auch bald verbraucht. Um wiederum einen Kredit aufnehmen zu können, muss man kreditfähig sein und Sicherheiten bieten. Gleichzeitig verschuldet man sich um viele Jahre. Kirschner rechnet damit, dass durch das Aussetzen der Insolvenzanmeldung viele Geschäftsaufgaben erst noch folgen werden.

Hoffen auf den Sommer

Was fehlt, ist eine Öffnungsperspektive, erklärt der Barbesitzer. Er hofft, dass im Sommer zumindest Außengastronomie wieder erlaubt ist. Zwar sei man da sehr vom Wetter abhängig, die Stadt Nürnberg kommt dafür in Sachen Sitzplätzen entgegen: Bars und Restaurants dürfen kostenlos den Gehweg vor ihrem Betrieb nutzen. Sollten im Herbst die Inzidenzwerte gesunken sein und genügend Menschen eine Impfung erhalten haben, hofft Oliver Kirschner auf die Öffnung der Innengastronomie. Spannend werde, in welcher Form das möglich ist. Wegen des Sicherheitsabstandes könnten nur die Hälfte der Sitzplätze in seiner Bar genutzt werden. Damit konnte nur die Hälfte des Umsatzes gemacht werden. Käme dann noch ein Schnelltest für den Einlass dazu, ist der Organisationsaufwand groß.

Gastronomen werden kreativ

Solang der Lockdown für die Gastronomie gilt, versuchen sich die Nürnberger Restaurant- und Barbetreiberinnen und -betreiber mit "To Go"-Geschäft und anderen kreativen Ideen über Wasser zu halten. Dazu zählen zum Beispiel Automaten mit Suppen oder Essensboxen, Cocktail-Mix-Pakete oder und speziellen Aktionen zu Feiertagen wie Valentinstag oder Ostern.

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