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Sechs Monate bis Weihnachten: Wie steht's um die Christbäume? | BR24

© picture alliance/Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Christbäume

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    Sechs Monate bis Weihnachten: Wie steht's um die Christbäume?

    Wenig Regen im Frühjahr, Spätfrost und dann auch noch die Corona-Pandemie: Die Christbaum-Anbauer in Niederbayern hatten heuer mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. Schönen Christbäumen steht in einem halben Jahr aber trotzdem nichts im Weg.

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    Mitten im Sommer an Weihnachten denken? Natürlich, denn Christbäume wachsen nicht von heute auf morgen. Und heuer hatten es die Christbaum-Bauern besonders schwer: Im Frühjahr zu wenig Niederschlag und Spätfrost, dann kam auch noch die Corona-Pandemie. Da stellt sich schon die Frage, ob in genau sechs Monaten zu Weihnachten die Christbäume erschwinglich und auch schön anzuschauen sind.

    Preise bleiben konstant

    Die Preise für Christbäume in Bayern werden heuer nach Einschätzung der Erzeuger konstant bei 18 bis 24 Euro pro Meter bleiben. "Da wird sich im achten Jahr in Folge nichts ändern", prognostizierte der Vorsitzende des Vereins Bayerischer Christbaum-Anbauer, Thomas Emslander, in Ergolding im Landkreis Landshut. Im Freistaat werden jährlich rund vier Millionen Christbäume verkauft.

    Hagel könnte noch Schaden verursachen

    Der Regen der vergangenen Wochen sei ausreichend gewesen und der Spätfrost im Mai habe in Nordbayern nur vereinzelt zu Ausfällen geführt, sagte Emslander. Der zweite größte Schadensverursacher sei der Hagel, der etwa mit Sommergewittern kommen könne. "Aber das haben wir alle nicht in der Hand." Daher bleibe das abzuwarten.

    Kaum Probleme wegen Corona

    Auch die Pandemie-Zeit hätten die Christbaum-Anbauer gut überstanden: "Corona hat uns mehr oder weniger nichts anhaben können", sagte der Vereinsvorsitzende. Nur einige größere Betriebe hätten Probleme wegen der Saisonkräfte gehabt. Die Arbeit sei aber zu leisten gewesen.

    In die Zeit seien etwa das Anpflanzen neuer Bäume gefallen, aber auch der Formschnitt. "Der liebe Gott lässt den Baum nicht immer so wachsen, wie ihn 75 Prozent der Kunden wollen: schmal und dicht", sagte Emslander. Wenn der Leittrieb zu schnell wachse, müsse dieser beispielsweise gekappt werden, damit die neuen Triebe im nächsten Jahr enger stehen: "Dann müssen Sie die Schwiegermutter auf der anderen Seite nicht die ganze Zeit sehen."

    Zehn Jahre bis zum Verkauf

    Bis ein Baum marktreif ist, braucht er den Angaben zufolge rund zehn Jahre. Mit 75 bis 80 Prozent sei die Nordmanntanne mit ihren nicht stechenden Nadeln nach wie vor die beliebteste Christbaumart. Die ganze Branche suche aber nach Alternativen, sagte Emslander.

    Dabei stehe weniger der Klimawandel und ihm angepasste Pflanzen im Fokus. Vielmehr geht es um Tradition: "Die Fichte früher hat einen ganz anderen Duft im Wohnzimmer verströmt", so Emslander. Es werde geschaut, welche neuen Arten an die Erinnerungen von damals anknüpfen könnten.

    Nun hoffen die Christbaum-Anbauer, dass die Corona-Epidemie ihnen zum Jahresende keinen Strich durch die Rechnung macht: "Wenn die Leute auf unsere Höfe kommen können, gibt es kein Problem", so Emslander.

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