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Smart City für drei Dörfer

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Sechs Millionen Euro für "Smart City" auf dem Land

Sensoren und Kameras oder digital vernetzte Verkehrssysteme fallen in Großstädten unter den Begriff "Smart City". Doch die vernetzte Stadt kommt auch aufs Land: Drei kleine Gemeinden in Oberbayern können dafür nun sechs Millionen Euro ausgeben.

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Von
  • Florian Regensburger

Die Gemeinden Fuchstal, Apfeldorf und Unterdießen erhalten in den nächsten Rund fünf Jahren mehr als sechs Millionen Euro aus dem Fördertopf "Modellprojekte Smart Cities" des Bundesinnenministeriums. Der Apfeldorfer Bürgermeister Gerhard Schmid hat mit dem BR darüber gesprochen, wie das Geld eingesetzt werden soll. Zunächst gehe es darum, "ganz normale Dinge zu digitalisieren", so Schmid, der neben seinem Bürgermeisteramt auch Gemeindegeschäftsführer von Fuchstal ist, das mit Unterdießen eine Verwaltungsgemeinschaft bildet.

Intelligente Steuerung für Energie-Anlagen der Gemeinde

Geplant sei daher einerseits, mehr digitale Behördengänge zu ermöglichen. Denkbar wäre zum Beispiel, online einen Bauantrag zu stellen oder einen Hund anzumelden. Außerdem sollen die gemeindeeigenen Energieerzeugungs- und Speicheranlagen eine intelligente Steuerung bekommen: vereinfacht gesagt einen Computer, der zum Beispiel bei geringem Wind– oder Sonnenaufkommen automatisch eingreift und den Batteriespeicher zur Wärmeerzeugung für das Nahwärmenetz anzapft.

Damit verknüpft die Gemeinde Fuchstal das Smart-City-Modellprojekt mit einem weiteren vom Bund geförderten Projekt namens "Energiezukunft Fuchstal". Mit Wind- und Sonnenkraft, einer Biomasseanlage, Batterie- und Wärmespeicher sowie einem Nahwärmenetz will die Gemeinde dabei laut Bürgermeister Erwin Karg mittelfristig zum Energie-Selbstversorger werden. Das Bundeswirtschaftsministerium stellt dafür mehr als fünf Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung.

Fuchstal will mittelfristig Wasserstoff erzeugen

In einem weiteren vom Bund geförderten Projekt hat sich Fuchstal mit der Stadt Kaufbeuren und dem Landkreis Ostallgäu zu einer "Wasserstoffregion" zusammengeschlossen. Hier will die Gemeinde mittels überschüssigen Stroms aus den eigenen Windkraftanlagen Wasserstoff, etwa für regionale Abnehmer aus dem produzierenden Gewerbe, erzeugen.

Durch die Corona-Pandemie hat sich laut Bürgermeister Schmid noch ein weiterer, zunächst nicht vorgesehener Bedarf im Bereich Smart City ergeben: Die Gemeinden wollen beim Maßnahmenträger, dem Bundesinnenministerium, erreichen, dass sie einen Teil der Fördermittel für bessere digitale Lernangebote an den Schulen einsetzen können.

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