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© Space-Eye e. V.

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Die Regensburger Seenotrettungsinitiative "Sea Eye" setzt bei der Suche nach Flüchtlingsbooten im Mittelmeer künftig auf Satellitenüberwachung. Die Helfer wollen mit Hilfe von Fotos aus dem Weltraum ihre Rettungseinsätze effektiver machen und gleichzeitig möglichen Menschenrechtsverletzungen auf die Spur kommen.

Bereits 14.000 Menschen gerettet

Seit 2016 sind die Mitglieder des von dem Regensburger Aktivisten Michael Buschheuer gegründeten Flüchtlingshilfsvereins "Sea Eye" mit diversen Rettungsbooten im Mittelmeer unterwegs, um Flüchtlingen in Seenot beizustehen. Die Sea-Eye-Helfer haben seither nach eigenen Angaben schon mehr als 14.000 Menschen vor dem Ertrinken gerettet.

Jetzt hat Buschheuer einen zweiten Verein gegründet: "Space-Eye" will helfen, den Einsatz der Retter im Meer zu verbessern. Ein nicht namentlich genannter Satellitenbetreiber liefert Bildmaterial speziell von der libyschen Küste.

Experten sollen diese Bilder auswerten und Hinweise auf Fluchtbewegungen, aber auch nach Belegen für Menschenrechtsverletzungen suchen - zum Beispiel, ob sich die Besatzungen von militärischen oder zivilen Schiffen möglicherweise der unterlassenen Hilfeleistung schuldig machen.

Retter werden immer wieder gehindert

Die Sea-Eye-Verantwortlichen haben in der Vergangenheit immer wieder über angebliche Repressalien geklagt. So wurden die Sea-Eye-Schiffe wiederholt am Auslaufen gehindert oder sogar beschlagnahmt. Buschheuer beklagt, dass durch solche Behinderungen die humanitäre Katastrophe im Mittelmeer vor den Augen der Öffentlichkeit weitgehend verborgen bleibe. Diesem Problem will Buschheuer jetzt mit der Satellitenaufklärung begegnen.

Allein seit Jahresbeginn sind im westlichen Mittelmeer nach Sea-Eye-Angaben fast 300 Menschen auf der Flucht ertrunken.

Sea-Eye-Gründer Michael Buschheuer aus Regensburg.

Sea-Eye-Gründer Michael Buschheuer aus Regensburg.