Einsatzboote und das Rettungsschiff Alan Kurdi von Sea-Eye

Einsatzboote und das Rettungsschiff Alan Kurdi von Sea-Eye

Bildrechte: Pavel D. Vitko & sea-eye.org
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    "Sea-Eye" Regensburg: 21 Seenotretter in Italien angeklagt

    "Sea-Eye" Regensburg: 21 Seenotretter in Italien angeklagt

    Sie haben Flüchtlinge vor dem Ertrinken gerettet - jetzt droht ihnen im schlimmsten Fall Gefängnis. Auf Sizilien beginnt die Vorverhandlung gegen 21 Seenotretter. Bei einem Aktionstag soll gegen die Anklage von Rettern demonstriert werden.

    Am Samstag beginnt in Trapani auf Sizilien die Vorverhandlung gegen 21 Seenotretter. Ihnen werde vorgeworfen, "Beihilfe zu illegaler Migration" geleistet zu haben, teilte die Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye am Freitag mit.

    Prozess verfolge das Ziel der Abschreckung

    Anlässlich der Vorverhandlung veröffentlichen Sea-Eye, German Doctors, Refugee Rescue und United4Rescue, die als Partnerorganisationen mit dem Rettungsschiff "Sea-Eye 4" Seenotrettung betreiben, ein gemeinsames Statement. Darin heißt es unter anderem, dass die Anklage von Menschen, die andere vor dem Ertrinken retten, "niemals zur Normalität" werden dürfe. Der Prozess mit seinem insgesamt fünfjährigen Ermittlungsverfahren verfolge das Ziel der Abschreckung, so die Organisationen weiter.

    Im schlimmsten Fall drohen Haft und hohe Geldstrafen

    Den 21 Angeklagten drohten laut Sea-Eye bis zu 20 Jahre Haft und eine Geldstrafe von 15.000 Euro pro geretteter Person. Zahlreiche Hilfsorganisationen bekundeten im Vorfeld ihre Solidarität mit den Angeklagten.

    Aktionstag als Unterstützung für angeklagte Seenotretter

    Laut Mitteilung findet am Samstag ein deutschlandweiter Aktionstag statt, bei dem Sea-Eye-Gruppen sowie Aktivisten der Seebrücke und anderen Organisationen auf die Straße gehen. In Bayern finden Aktionen um 14 Uhr am Regensburger Domplatz, um 16 Uhr auf der Münchner Reichenbachbrücke und um 16 Uhr auf dem Memminger Weinmarkt statt.

    Seenotrettung werde blockiert, Folge: Menschen leiden

    Seenotrettungsorganisationen klagen darüber, dass ihre lebensrettende Arbeit von den EU-Mitgliedsstaaten blockiert und behindert werde. So wurden etwa Rettungsschiffe festgesetzt und die Ausschiffung von geretteten Menschen verzögert oder verwehrt. Europäische Rettungsleitstellen würden Notrufe von Menschen in Seenot ignorieren und ihre Pflicht zur Koordinierung von Rettungsmaßnahmen verweigern.

    Um das Sterben im Mittelmeer endlich zu beenden, fordern Sea-Eye, German Doctors, Refugee Rescue und United4Rescue, ein europäisches Seenotrettungsprogramm einzuführen sowie legale und sichere Fluchtwege zu schaffen.

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