BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Sea-Eye: Dramatische Szenen auf Rettungsschiff "Alan Kurdi" | BR24

© Sea-Eye

Flüchtlinge an Bord der "Alan Kurdi"

24
Per Mail sharen

    Sea-Eye: Dramatische Szenen auf Rettungsschiff "Alan Kurdi"

    Auf dem Schiff der Regensburger Seenotrettungsorganisation Sea-Eye haben sich dramatische Szenen abgespielt. Drei der 149 Menschen an Bord mussten evakuiert werden. Wann die restlichen Menschen das Rettungsschiff verlassen können, ist noch unklar.

    24
    Per Mail sharen

    Die Lage auf dem deutschen Rettungsschiff "Alan Kurdi" mit 149 Flüchtlingen an Bord spitzt sich offenbar zu. Wie die Betreiberorganisation Sea-Eye mitteilte, mussten drei Personen vom Schiff evakuiert werden.

    "Menschen sind total verzweifelt"

    Dabei sollen sich dramatische Szenen abgespielt haben, als sich drei Boote der italienischen Küstenwache näherten. "Die Menschen sind total verzweifelt und werden seit zehn Tagen auf der 'Alan Kurdi' festgehalten", sagte Einsatzleiter Jan Ribbeck. "Sie deuteten an, ins Wasser springen zu wollen, um die italienischen Boote zu erreichen und ließen sich kaum beruhigen."

    Evakuierung auf größeres Schiff

    Am Sonntag hatte das italienische Verkehrsministerium einen Lösungsvorschlag gemacht. Demnach sollten die Geflüchteten auf ein größeres Schiff evakuiert werden, um dort besser versorgt und unter Quarantäne gestellt zu werden. Bis dato liegen der Crew nach eigenen Angaben aber keine Information über Ort und Zeitpunkt der Evakuierung vor. "Die italienischen Behörden sind weiter bei der Vorbereitung eines Schiffes, auf das die 149 Personen verlegt werden können", habe das Auswärtige Amt am Mittwochabend der Einsatzleitung von Sea-Eye mitgeteilt.

    Häfen wegen Corona-Krise geschlossen

    Die Häfen von Italien, Malta und Libyen sind in der Corona-Krise geschlossen. Den verbliebenen 146 Menschen an Bord der "Alan Kurdi" und 43 weiteren Flüchtlingen auf dem spanischen Rettungsschiff "Atta Mari" wird momentan ein sicherer Hafen verwehrt. Unterdessen sollen am Osterwochenende weitere Seenotfälle bekanntgeworden seien, ohne dass ein Rettungsschiff geschickt wurde, hieß es.

    "Die gesteigerte Brutalität gegen Flüchtende und die neue Härte gegen Rettungsorganisationen kann nur mit dem Versuch der abschreckenden Wirkung erklärt werden", sagte Sea-Eye-Sprecher Gorden Isler. "Ein solidarisches Verhalten der EU-Mitgliedsstaaten gegenüber Italien und Malta ist längst überfällig."

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!