BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© Sea-Eye/Guillaume Duez
Bildrechte: Sea-Eye/Guillaume Duez

Die italienische Küstenwache hat die "Sea-Eye 4" festgesetzt.

60
Per Mail sharen

    "Sea-Eye 4": Schiff von Regensburger Seenotrettern festgesetzt

    Italienische Behörden haben das Schiff der Regensburger Seenotretter "Sea-Eye" im Hafen der sizilianischen Stadt Palermo festgesetzt. Man wisse nicht, für wie lange die "Sea-Eye 4" dort bleiben müsse, sagte ein Sprecher der Organisation.

    60
    Per Mail sharen
    Von
    • BR24 Redaktion

    Das neue Schiff der Regensburger Seenotretter "Sea-Eye" ist auf Sizilien festgesetzt worden. Man wisse nicht, für wie lange die "Sea-Eye 4" dort bleiben müsse, sagte ein Sprecher der Organisation. Als Grund hatten die Behörden dem Sprecher zufolge unter anderem angeführt, dass zu viele Menschen transportiert wurden.

    "Die große Anzahl der geborgenen Personen" gehe über die erlaubte Zahl hinaus, für die das Schiff zertifiziert sei und stelle eine ernste Gefahr für das Schiff und die Besatzung dar, zitieren die Seenotretter aus einem Bericht der italienischen Küstenwache.

    Kopfschütteln bei den Seenotrettern

    Für den Vorsitzenden des Vereins "Sea-Eye" ist das Verhalten der Behörden völlig unverständlich: "Im Prinzip geht es immer wieder darum, dass argumentiert wird, die deutschen Rettungsschiffe würden regelmäßig zu viele Menschen vor dem Ertrinken retten und für diesen humanitären Zweck falsch zertifiziert sein." Der Kapitän der "Sea-Eye 4" sei jedoch "der Pflicht zur Seenotrettung vorbildlich nachgekommen". "Er hat Seenotfälle gesehen und eine sichere Rettung durchgeführt."

    Die "Sea-Eye 4" fährt unter deutscher Flagge. Ehrenamtliche hatten das ehemalige Offshore-Versorgungsschiff monatelang umgebaut. Die Crew führte im Mai ihre erste Rettungsmission mit dem neuen Schiff durch und rettete 480 Menschen, darunter 150 Kinder. Die Geretteten wurden nach Pozzallo auf Sizilien gebracht. Von dort setzte die Crew nach Palermo über. Der Bürgermeister der Stadt ernannte die Seenotretter am Freitagabend wegen ihres Engagements zu Ehrenbürgern.

    Immer wieder private Rettungsschiffe in Italien festgesetzt

    Italienische Hafenbehörden haben in den vergangenen Jahren immer wieder private Rettungsschiffe wegen angeblicher oder tatsächlicher Sicherheitsmängel festgesetzt. Dies wird auch als Taktik gewertet, die Anlandung von Migranten zu reduzieren und die Betreiber der Schiffe abzuschrecken. Insgesamt hat Italien in diesem wie schon im vergangenen Jahr deutlich mehr Mittelmeer-Migranten an Land gelassen als in den Jahren 2018 und 2019.

    Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!