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Schwimmen in Bayerns Flüssen: Eine Gesundheitsgefahr? | BR24

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Schwimmen in Bayerns Flüssen: Eine Gesundheitsgefahr?

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Schwimmen in Bayerns Flüssen: Eine Gesundheitsgefahr?

Die sommerlichen Temperaturen laden die Menschen dazu ein, sich im Wasser abzukühlen. Doch wegen der Corona-Beschränkungen sind die Warteschlangen an den Freibädern lang. Beliebte Alternativen sind Flüsse und Badeseen - ein risikofreier Badespaß?

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  • BR24 Redaktion

In Bayerns Freibädern gelten weiterhin strenge Besucherobergrenzen. Wer nicht in einer Schlange warten will oder sich ein Online-Ticket buchen möchte, den dürfte es an Bayerns Flüsse und Badeseen ziehen.

Die gute Nachricht: Die Gefahr, sich dort mit dem Coronavirus zu infizieren ist gering, sagt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen. Derzeit gebe es noch keine Hinweise darauf, dass sich das Virus im Wasser auf den Menschen übertrage. Abstand halten und die Hygieneregeln beachten gilt natürlich auch beim Naturbaden.

Geringe Infektionsgefahr in natürlichen Gewässern

Viren können sich generell nur in Zellen vermehren. Im Wasser können sie zwar für eine begrenzte Zeit aktiv bleiben, vermehren sich dort jedoch nicht weiter. Ganz im Gegenteil: Sie werden verdünnt und irgendwann komplett inaktiv.

Das gilt insbesondere an den Flussabschnitten der Isar vom Sylvensteinspeicher über München bis nach Moosburg, so das LGL. Durch größere Waldflächen im Einzugsgebiet der Isar ist dort die Belastung durch Mikroorganismen relativ gering.

Hoher Phosphoreintrag durch landwirtschaftliche Nutzung

Doch für Flussbader gibt es nicht nur gute Nachrichten: Die Gewässerqualität der bayerischen Flüsse hat sich zwar in den vergangenen Jahrzehnten stetig verbessert. Dennoch kann die Qualität erheblich schwanken. Rückstände aus der Landwirtschaft, Industrieschmutz und Abwasser können für Verunreinigungen sorgen - vor allem nach starken Regenfällen.

Das betrifft zum Beispiel die niederbayerischen Flüsse Vils und Rott, so das Bayerische Landesamt für Umwelt in Augsburg. Rund 80 Prozent des Phosphorgehalts in diesen Gewässern stammt aus der Landwirtschaft. Gerade bei Flüssen, die von einer landwirtschaftlichen Nutzung geprägt sind, rät das LGL vom Baden ab.

50 Prozent mehr Badegäste in Ballungsgebieten

Neben Fließgewässern erfreuen sich insbesondere Badeseen in Bayern großer Beliebtheit. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) verzeichnete an den Badeseen in Bayerns Ballungsräumen zuletzt eine Besucherzunahme von rund 50 Prozent im Vergleich mit den vorherigen Jahren. In ländlichen Gebieten lag der Anstieg bei rund 25 Prozent.

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An Tagen wie heute freuen sich viele, wenn sie baden gehen können. Aber in Corona-Zeiten schwimmt auch hier ein bisschen die Sorge mit: Wie groß ist das Risiko einer Infektion?

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