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Schwierige Spargelernte in Franken in Zeiten von Corona | BR24

© Norbert Steiche/BR-Mainfranken

Die Spargelsaison in Franken hat begonnen. Seit einigen Tagen werden die ersten Stangen gestochen. Dieses Jahr schauen die Landwirte aber nicht in erster Linie auf das Wetter, sondern haben vor allem mit den Folgen des Coronavirus zu kämpfen.

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Schwierige Spargelernte in Franken in Zeiten von Corona

Die Spargelsaison in Franken hat begonnen. Seit einigen Tagen werden die ersten Stangen gestochen. Dieses Jahr schauen die Landwirte aber nicht in erster Linie auf das Wetter, sondern haben vor allem mit den Folgen des Coronavirus zu kämpfen.

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Christian Knaup aus Röthlein (Lkr. Schweinfurt) beschäftigt aktuell zehn festangestellte Betriebshelfer aus Rumänien in seinem Betrieb. Die sorgen dafür, dass die Arbeiten auf dem Hof und den Feldern erledigt werden kann. Für die erwartet Boomzeit der Ernte ab Anfang/Mitte April allerdings braucht er nochmal so viele Helfer. Und zwar, wie in den vergangenen Jahren aus Rumänien. Allerdings ist die Einreise über Ungarn und Österreich im Augenblick nicht möglich.

Saisonarbeiter fehlen an allen Ecken und Enden

Es fehlt an Erntehelfern, zudem sind die Bestellungen aus der Gastronomie weggebrochen. Die Situation sei sehr schwierig. Um die fehlenden Saisonarbeiter aus Rumänien ersetzen zu können, hat der Verband eine Hotline eingerichtet, unter der sich Interessenten melden können. Um auf dem Feld arbeiten zu können, müssten sie aber angelernt werden. Deswegen sei es auch nicht praktikabel, Spargel wie Erdbeeren zum Selberernten anzubieten. Erdbeeren ließen sich leicht pflücken, beim Spargelstechen könne man einiges falsch machen und Schaden anrichten.

Spargelbauern fordern staatliche Hilfe

Die Spargelbauern forden Hilfe bei der Politik ein. Auch der Bayerische Bauernverband äußert sich besorgt. Zu dem vom Bundesinnenministerium angeordneten Einreiseverbot für Saisonarbeiter sagte BBV-Präsident Walter Heidl: "Die Bauern tun im Moment alles dafür, damit die Lebensmittelversorgung gesichert ist." Der Einreisestopp werde zu riesigen Problemen im Obst- und Gemüsebau führen und müsse aufgehoben werden.

Weniger Nachfrage befürchtet

Die Spargelbauern befürchten außerdem, dass weniger Privatleute Spargel kaufen. Vielen Menschen fehlten Einkünfte, so dass sie möglicherweise beim Spargelkauf sparen. Auf den Preis soll sich die schwierige Lage jedoch nicht auswirken. Spargel zählt flächenmäßig zu den bedeutendsten Gemüsekulturen in Bayern. 2019 wurden laut Landwirtschaftsministerium auf 3.444 Hektar Spargel erzeugt. Im Schnitt isst jeder Deutsche pro Jahr 1,4 Kilogramm des weißen Gemüses.

Ansteckungsgefahr überschaubar

Rund 250 Spargelbauern gibt es in Franken. Etwa 130 davon sind im Spargelerzeugerverband Franken organisiert. Wenn nun Erntehelfer aus Polen und Rumänien nicht einreisen können, dann wird es schwierig, sagt Vorsitzende Miriam Adel. Der Sicherheitsabstand beim Spargelstechen von zwei Metern, um eine Corona-Ansteckung zu verhindern, ist kein Thema. Die Spargelstecher arbeiten meist weit auseinander, so der Spargelverband.

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