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Bildrechte: Marin Tironi/Pixsell/Xinhua/dpa-Bildfunk

Das Erdbeben in Kroatien war gestern selbst in Bayern zu spüren. Die Größe des Erdbebens lasse viele Nachbeben erwarten, sagte eine Sprecherin des Landesamts für Umwelt in Augsburg.

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Schweres Erdbeben in Kroatien auch in Bayern zu spüren

Das Erdbeben in Kroatien war gestern selbst in Bayern zu spüren. Und: Die Größe des Bebens lasse viele Nachbeben erwarten, so eine Sprecherin des Landesamts für Umwelt in Augsburg. Sieben Menschen sind bei dem Beben ums Leben gekommen.

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Von
  • Christine Kerler

Das Zentrum des Erdbebens in Kroatien war in der Nähe der kroatischen Hauptstadt Zagreb. Aber auch in einigen Ecken Oberbayerns haben die Menschen das Beben noch wahrgenommen. Ein Münchner beschreibt auf Twitter, dass er das Erdbeben ganz deutlich gespürt habe, als er am Schreibtisch saß. Der Monitor habe gewackelt und die Rollladenschnüre hätten sich bewegt. Ein ähnliches Erlebnis hatte Julia Demmelhuber aus dem Münchner Stadtteil Haidhausen. Die 32-Jährige hatte das Gefühl, als ob das ganze Haus wackelt.

"Ich bin auf der Couch im Wohnzimmer gesessen und habe es richtig gemerkt. Man hat es sogar gesehen an meinem Laptop. Es hat nicht nur eine Wand gewackelt, sondern es hat komplett gebebt. Dann wollte ich fragen, ob das zufällig noch jemand gespürt hat. Ich fand das seltsam, ob das nicht ein Erdbeben gewesen sein könnte. Und jetzt lese ich die Nachricht, dass in Kroatien ein Erdbeben war. Also ich bin mir relativ sicher, dass ich das gespürt habe." Julia Demmelhuber, Münchnerin

In sozialen Netzwerken meldeten sich auch Menschen aus dem Rupertiwinkel und dem Berchtesgadener Land. Lampen hätten gewackelt und Haustiere verschreckt reagiert, heißt es etwa. Auch in Rosenheim sollen die Erschütterungen wahrnehmbar gewesen sein.

Raum Passau: "Ich dachte, ich habe einen Schwindelanfall"

Auch im Raum Passau hat am Mittag die Erde gebebt. Im Westen von Passau scheint das Erdbeben besonders spürbar gewesen zu sein. Beispielsweise im Gewerbegebiet Sperrwies. Hier berichtete ein Zeuge, dass ein Verlagshaus längere Zeit "spürbar gewackelt" habe. An den Wasserflaschen auf den Schreibtischen habe man die Bewegungen besonders gespürt, so der Zeuge, der das Beben als "relativ heftig" und "relativ lange" beschrieben hat. Etwa 15 Sekunden habe es gedauert. Über Twitter schilderte ein User das Beben so: "Ich dachte, ich habe einen Schwindelanfall. Gruslig!"

Ähnliche Schilderungen gibt es einige Kilometer weiter in Fürstenzell im Landkreis Passau. Eine Frau berichtete dem BR, die Erde habe auch hier längere Zeit langsam vibriert – so sehr, dass sich Schränke bewegt hätten. Bei der Passauer Polizei habe das Beben keinen Einsatz ausgelöst. Es habe auch keine Anrufe von besorgten Bürgern gegeben, so ein Sprecher der Polizeiinspektion Passau.

Mädchen bei Zagreb in Trümmern begraben

Am Dienstagmittag gegen 12.20 Uhr hatte sich ein schweres Erdbeben südöstlich von Zagreb in einer Tiefe von circa zehn Kilometern ereignet und große Zerstörungen verursacht. Die Zentren der Kleinstädte Sisak und Petrinja südöstlich von Zagreb lagen in Trümmern, wie kroatische Medien berichteten. Mehrere Menschen kamen ums Leben. In Petrinja etwa erschlug herabfallendes Gebälk ein zwölfjähriges Mädchen. Seismologen gaben die Stärke mit 6,4 an.

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